Geschichte

Kanada hat eine lange Geschichte, denn bereits vor ca. 12.000 Jahren wurde das Land bereits von Indianern besiedelt. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich die First Nations unterschiedlich, einige lebten von Bisons, entwickelten Handel und neue Waffentechnologien. Verschiedene Gruppen wurden nach und nach sesshaft und gründeten dauerhafte Siedlungen.

Man entwickelte Tongefäße später auch Keramik aber auch Pfeil und Bogen zur Jagd und zum Kampf. Um das Jahr 1000 erreichten Wikinger (Normannen) Nordamerika, konnten sich hier aber nicht dauerhaft halten.

1497 entdeckte der Italiener Giovanni Caboto Nordamerika. Samuel de Champlain gründete die ersten Siedlungen, unter anderem auch Quebec 1608. Es kamen zahlreiche Franzosen ins Land und teilen sich auf in Canadiens und Akadier, wobei letztere in den Atlantikprovinzen siedelten.

canadian pacific railway
1885 wurde der wichtige Canadian Pacific Railway fertiggestellt

 

Britisch-Französische Gegensätze

Die Briten siedelten auf Neufundland und in Neuengland (USA). Zwischen 1689 und 1763 kam es zu mehreren Kriegen zwischen Franzosen und Briten, wobei es den Briten letztlich gelang die Franzosen nach dem Siebenjährigen Krieg und dem folgenden Pariser Frieden aus Nordamerika zu vertreiben (bis auf die kleine Inselgruppe St. Pierre und Miquelon, die noch heute zu Frankreich gehört).

1763 wurde Neufrankreich zu Quebec. Durch den Quebec Act von 1774 erhielten die französischen Siedler aber weitgehende Rechte auch bezüglich der Verwendung der Französischen Sprache.

Nachdem später die Dreizehn Kolonien den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) gegen die Briten für sich entscheiden konnten, flohen zahlreiche Britische Loyalisten nach Kanada.

1784 wurde New Brunswick von Nova Scotia getrennt. 1791 wurde Quebec in einen französischsprachigen (Niederkanada) und einen englischsprachigen Teil (Oberkanada) mit jeweils eigenen Parlamenten getrennt.

1798 wurde die Kolonie St. John´s Island in Prince Edward Island umbenannt.

1812 – 1814 kam es zum Britisch-Amerikanischen Krieg. In Kanada kämpften englische wie französische Einheiten gemeinsam gegen die USA, das nach den schweren Gegensätzen der Vergangenheit ein gemeinsames Zusammengehörigkeitsgefühl stärkte. Die Rebellion von 1837 wurde niedergeschlagen, führte jedoch in der Folge wieder zu einer Vereinigung von Ober- und Niederkanada. Amtssprache wurde darauf nur Englisch.

Die weiteren Teile des Landes wurden nun durch die Hudson´s Bay Company (HBC) und die North West Company (später liquidiert) erschlossen. Im Oregon-Kompromiss einigten sich Kanada und die USA auf den 49. Breitengrad als gemeinsame Grenze. Die separaten Kolonien Vancouver Island und British Columbia wurden gegründet.

Durch den Sezessionskrieg in den USA wollte man eine starken kanadischen Bundesstaat errichten und 1867 wurde daher das Dominion von Kanada gegründet, dass eine weitergehende Form der Unabhängigkeit an diese britischen Gebiete gewährt.

 

Das Dominion Kanada erweiterte sich

Das Dominion bestand anfangs nur aus Ontario, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia. Kanada kaufte der HBC die Nordwest-Territorien ab. 1870 wurde Manitoba eine eigene Provinz, 1871 British Columbia (mit Vancouver Island), 1872 wurde der Grenzkonflikt mit den USA um die San Juan Islands beigelegt und 1873 trat Prince Edward Island dem Verbund bei.

In diesem Jahr wurde auch die North West Mounted Police gegründet, sie ist der Vorläufer der Canadian Mounted Police.

Diese sollte insbesondere in den „wilden“ Nordwest-Territorien für Recht und Ordnung sorgen und auch die Rechte der Indigenen besser schützen.

Bei der Red-River-Rebellion forderten die französischsprachigen Metis, die sich in ihren Rechten durch immer mehr vordringende Neusiedler bedroht sahen, eine eigene Provinz. Sie hatten insofern Erfolg, als das Verhandlungen in den Manitoba-Act (1870) resultierten.

Durch den Manitoba-Act wurde Manitoba als neue Provinz geschaffen, mit weitreichenden Rechten der einzelnen Volksgruppen.

Nach der Nordwest-Rebellion (1885) der Métis und einiger Indigenen, die niedergeschlagen wurde, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Volksgruppen jedoch wieder. Eine wichtige Rolle bei der Erschließung der Prärieprovinzen als Kornkammer des Landes kam wie auch in den USA der Eisenbahn zu.

 

Erschließung durch den Canadian Pacific Railway

1886 wurde der Canadian Pacific Railway als transkontinentale Verbindung vollendet und zum wichtigsten Unternehmen des Landes.

Nach dem Klondike-Goldrausch und einer starken Bevölkerungszunahme im Nordwesten, wurde das Yukon Territorium 1898 gegründet. 1905 wurden die Präriegebiete Alberta und Saskatchewan eigene Provinzen. Über die „Elf Verträge“ wurden den First Nations eigene Reservate zugesprochen.

1914 kämpfte das Dominion von Kanada im Ersten Weltkrieg auf britischer Seite und trat 1919 als eigenständiges Mitglied dem Völkerbund bei.

Das Statut von Westminister von 1931 gab Kanada weitere Selbständigkeit. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Kanada wiederum auf britischer Seite. 1945 war es Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UNO) und ist seitdem bei zahlreichen Einsätzen mit UN-Friedenstruppen international im Einsatz.

Das bis dahin eigenständige Dominion Neufundland wurde 1949 nach einer Volksabstimmung eine Provinz Kanadas.

1965 wurde die rote kanadische Flagge mit dem britischen Union Jack am Mast durch die rot weiße Ahornblattflagge ersetzt.

Durch das Amtssprachengesetz 1969 wurden Englisch und Französisch zu offiziellen Sprachen des kanadischen Bundes, allerdings ist Französisch nur in Quebec (alleinige) und New Brunswick (neben Englisch) offizielle Amtssprache.

1976 fanden in Montreal die Olympischen Sommerspiele statt.

 

Formelle Unabhängigkeit, Sezessionsbestrebungen und Nunavut

Unter Pierre Trudeau wurde 1982 durch mehrere Gesetze auch die formelle Unabhängigkeit erreicht, wobei die britische Queen Staatsoberhaupt des Landes bleibt.

Die Olympischen Winterspiele fanden 1988 in Calgary (Alberta) statt.

Beim Umweltschutz setzte sich Kanada für das Montreal-Protokoll zum Schutze der Ozonschicht ein, welches 1989 in Kraft trat.

Seit 1994 ist es mit den USA und Mexiko in der NAFTA, dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen verbunden.

Die letzten Jahrzehnte sind unter anderem von den separatistischen Strebungen der Provinz Quebec gekennzeichnet, die 1995 zu einem Referendum über die Unabhängigkeit von Kanada gipfeln. Dieses scheitert jedoch knapp.

1999 wird den Inuit das riesige Nunavut als eigenes Territorium zugestanden. Es ist damit nun die flächenmäßig größte territoriale Einheit Kanadas.

Dieses Zugeständnis verbessert die Position der Ureinwohner in dieser Region, wobei die wirtschaftlichen und kulturellen Probleme immer noch eine Herausforderung für die kanadische Regierung stellen.

Kanada ist weiterhin eines der wichtigsten Einwanderungsländer der Erde. Außenpolitisch ist Kanada in zahlreichen internationalen Gremien und Organisationen vertreten, unter anderem den G 7, der OSZE, OECD, OAS, APEC und der Welthandelsorganisation.

2010 fanden die Olympischen Winterspiele erneut in Kanada statt, diesmal in Vancouver (B.C.).

 

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