Neufundland & Labrador

Die Provinz Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador) ist in vielerlei Hinsicht schon etwas Besonderes. Rein geografisch liegt sie bereits sehr weit nördlich, ist daher selbst für kanadische Verhältnisse sehr dünn besiedelt (etwas mehr als 1 Einwohner/ qkm) und hat ein ziemlich unbeständiges Klima. Die Provinz besteht aus der Insel Neufundland und dem Festland Labrador. Erst am 31. März 1949 wurde Neufundland an Kanada angegliedert, vorher war es ein eigenständiges Dominion.

neufundland flagge
Flagge von Neufundland & Labrador

Geografisch grenzt die Provinz im Westen an Quebec und ansonsten an den Atlantik.Mit der Labrador-Halbinsel hat es Anteil am Festland, das übrige Gebiet entfällt auf die fjordreiche Insel Neufundland. Hier gibt es zahlreiche ruhige und verwunschene Seen, die man als Tourist nahezu menschenleer vorfindet. Außerdem gibt es in der zerklüfteten Atlantiklandschaft reichlich Inseln, wie etwa die Bell Insel (in der Conception Bay nahe St. John´s) oder die Twillingate Inseln (in der Notre Dame Bay im Nordosten Neufundlands).

Das Wetter- und Windbedingungen sind hier sehr wechselhaft, dies wird noch verstärkt durch die Gegensätze zweier unterschiedlicher Meeresströmungen, dem warmen Golfstrom und dem kalten Labradorstrom. So gibt es auch im Sommer hier Eisberge zu bewundern. Klimatisch milder ist es dagegen im Südosten der Insel Neufundland, wo sich auch die Hauptstadt St. John´s befindet.

cabot tower
Der Cabot Tower ist das Wahrzeichen von St. John´s

 

Reste der Wikinger zu finden

Die nordamerikanischen Hurrikans verlassen den Kontinent oft als Ausläufer über Neufundland, um dann nach Europa als Orkane aufzusuchen.

In Neufundland kommt der Kontinent Amerika dem Kontinent Europa am nächsten und so verwundert es nicht, dass die Zeitzone lediglich gerade einmal -3.30 bzw. -4 zur UTC beträgt. Bei dieser Nähe verwundert es dann nicht, dass Neufundland bereits durch Wikinger besiedelt wurde. Wer sich für diese Geschichte interessiert, der sollte unbedingt die Ausgrabungen von L´Anse aus Meadows besuchen.

Ungefähr 500.000 Einwohner verteilen sich auf einer Fläche von ca. 405.212 qkm, was ungefähr der Größe Schwedens entspricht. Erst seit 2001 spricht man übrigens von der Provinz Neufundland und Labrador, vorher nannte man nur den ersten Bestandteil.

Die Entscheidung sich Kanada anzuschließen fielt in einem Referendum 1948 und es gab nur eine knappe Mehrheit gegenüber denen, die eine Selbständigkeit wünschten und noch immer legen viele Wert auf ihre Identität als Neufundländer. Die mit Abstand wichtigste Sprache ist Englisch, das de facto Amtssprache ist. Daneben wird noch regional vereinzelt etwas Französisch gesprochen, sowie indigenen Algonkin-Sprachen.

 

Wirtschaftliche Situation

Verbreitete Religionen in dieser Provinz sind Anhänger von Katholiken, Anglikanern, Mitglieder der United Church of Canada sowie der Heilsarmee.

Die wirtschaftliche Situation ist nicht immer einfach gewesen in Neufundland, lange Zeit war die Arbeitslosigkeit recht hoch, insbesondere auch in Krisenzeiten traf es die Provinz hart. Sehr abhängig war man lange von der Fischerei, die immer noch eine wichtige Rolle spielt. Mittlerweile haben die Ölvorkommen der Provinz jedoch etwas Wohlstand beschert.

Daneben werden auch weitere Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer, Silber und Gold gewonnen. Auch Aquakulturen mit Lachs und Muscheln florieren, so dass die Bemühungen etwas Stabilität zu schaffen nicht ohne positive Auswirkungen geblieben sind.

Trotzdem ist es hier immer noch schwieriger, als in anderen Teilen Kanadas. Auch der Betrieb von Landwirtschaft ist aus klimatischen und geografischen Gründen schwieriger. Sie beschränkt sich auf die wärmeren Regionen um St. John´s. Angebaut werden Kartoffeln, Kohl, Möhren und Steckrüben.

 

Nationalparks und Sehenswürdigkeiten

Aus Blau- und Preiselbeeren gewinnt man Marmelade oder stellt Wein her. Auch der Tourismus ist in der Provinz im Aufwind, beschränkt sicher aber hauptsächlich auf die Monate Juni bis September.

Sehenswerte Nationalparks sind der Gros-Morne-Nationalpark (in den Long Range Mountains mit karger Landschaft aber reichlich Fjorden, Buchten und Seen sowie Elchen, Luchsen und Walen), der Torngat-Mountains-Nationalpark (großer Park mit typischer Gebirgslandschaft Nordlabradors und Polarfüchsen, Polarhasen, Robben- und Walenarten) und der Terra-Nova-Nationalpark (mit Feuchtgebieten, Mooren und Teichen mit Schneeschuhhasen, Elchen, Eichhörnchen und Nerzen).

St. John´s ist mit ca. 110.000 Einwohnern nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Provinz. Auf dem Signall Hill im Norden der Hafeneinfahrt befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, der Cabot Tower und gehört zum Signal Hill National Historic Park. In der Stadt startet auch der Trans-Canada Highway No.1, der bis zur Westküste führt.

Seit 1816 findet hier die Royal St. John´s Regatta statt, die älteste Sportveranstaltung in ganz Nordamerika. Die Stadt ist bekannt für ihre typischen farbenfreudigen Häuser. Das Parlament der Provinz befindet sich im Confederation Buildung, dem höchsten Gebäude der Stadt. In St. John´s machen auch viele Kreuzfahrtschiffe halt, im Nordosten befindet sich außerdem der Internationale Flughafen.

Größere Städte der Provinz Neufundland und Labrador sind ferner Conception Bay South, Mount Pearl, Corner Brook, Grand-Falls Windsor, Gander und Paradise.

 

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