New Brunswick

Die Atlantikprovinz New Brunswick (auf Deutsch „Neubraunschweig“) ist die einzige Provinz Kanadas, in der Englisch und Französisch gleichberechtigte Amtssprachen sind.

Nachbarn sind im Nordwesten die französischsprachige Provinz Quebec, im Südosten an Nova Scotia und im Südwesten an die USA (Bundesstaat Maine). Außerdem hat New Brunswick lange Küsten am Atlantik, über die Confederation Bridge erreichte man Kanadas kleinste Provinz, Prince Edward Island.

Wichtigste Städte der Provinz sind neben der Hauptstadt Fredericton auch Saint John (größte Stadt von New Brunswick und älteste Stadt Kanadas, die oft mit St. John´s in Neufundland verwechselt wird), Moncton, Edmundston, Dieppe, Bathurst und im Nordwesten Campbellton.

Mit ca. 71.450 qkm ist New Brunswick (auf Französisch „Nouveau-Brunswick“) in etwa so große wie Irland oder das deutsche Bundesland Bayern. Dabei hat es jedoch lediglich ca. 750.000 Einwohner. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von etwas über 10 Menschen pro Quadratkilometer. Seit dem 1. Juli 1867 ist die Provinz mit Teil der kanadischen Föderation.

skyline von saint john
Saint John, die größte Stadt in New Brunswick hat eine kleine Skyline

 

Akadier, eine starke Minderheit

Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus englischsprachigen Bewohner (ca. 65%), allerdings gibt es hier auch eine starke französischsprachige Minderheit (ca. 35%). Die frankophone Bevölkerungsgruppe nennt sich Akadier und legt wert auf ihre eigene Identität. Da auf eine größere Metropole fehlt, haben die Regionen eine starke Identität und Eigenständigkeit.

Die Politik der Provinz ist von der Suche nach einem gesellschaftlichen Ausgleich der Sprachgruppen geprägt und daher im Vergleich zu anderen Provinzen meist moderat.

Daneben gibt es in New Brunswick auch einige indigenen Gruppen (zum Beispiel die Micmac, Maliseet und Passamaquoddy).

Die Provinz ist zu einem Großteil mit Wald bedeckt, daneben gibt es noch einige landwirtschaftliche Flächen, auf denen unter anderem Kartoffeln angebaut werden. Die Landschaft wird geprägt von den nördlichen Ausläufern der Appalachen, daneben gibt es hügeligen Regionen und Flusszonen. Höchster Berg der Provinz ist der Mount Carleton mit 820 m Höhe.

 

Wirtschaft und Tourismus

Wie in einigen Regionen Kanadas ist hier wirtschaftlich auch die Holzproduktion und die Fischerei (mit Hummer und Muscheln) ein wichtiger Wirtschaftszweig. Auch der Bereich Finanzen und Dienstleistungen ist hier vorherrschend, in den letzten Jahren nimmt aber auch der Tourismus eine zunehmend wichtige Position ein.

Neben der Akadischen Halbinsel sind die Nationalparks Fundy und Kouchibouguac sehenswert, auch der Provinzpark am Mount Carleton wird gerne besucht. Der Fundy-Nationalpark beeindruckt durch seine Lage an der stark vom Tidenhub gekennzeichneten Bay of Fundy sowie üppiger Küstenwälder aus. Er ist nicht nur Teil eines Biosphärenreservats der UNESCO, sondern auch als Lichtschutzgebiet ausgewiesen.

Das hiesige Wald- und Sumpfgebiet ist über einen Holzweg erschlossen. Bei Ebbe kann man in diesem Nationalpark tatsächlich Meeresboden erreichen, der 9 m unter der eigentlichen Wasseroberfläche liegt. Besonders beeindruckend sind auch die zahlreichen Wasserfälle im Park, von denn es über zwanzig gibt.

Im Kouchibouguac-Nationalpark kann man nicht nur weite Wälder, sondern auch 25 km lange Dünen, Salzwiesen, Lagunen und Sandbänke bewundern. Man findet hier außerdem seltenen Vogelarten wie etwa den Gelbfuß-Regenpfeifer. Eine der größten Seeschwalbenpopulationen der Welt ist hier ebenfalls anzutreffen. Benannt ist der Park nach dem Kouchibouguac, einem Fluss der neben weiteren wie dem Black River prägend für die Landschaft ist.

Wer Saint John besucht, der sollte sich die historische Innenstadt anschauen und kann auch die vielen Shopping Malls (wie etwa das Brunswick Square Shopping Centre) ansteuern. Der Saint John City Market ist einer der ältesten Farmermärkte ganz Kanadas. An die Geschichte der Loyalisten erinnert die Statue Loyalist Man. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Harbour Building, das Brunswick House und die Cathedral of the Immaculate Conception.

In Fredericton findet man mit der Christ Church Cathedral die älteste Kathedrale von Nordamerika. Sehenswert sind hier außerdem City Hall im viktorianischen Stil, die Universität, das Theater und die Kunsthalle. In Moncton sollte man dagegen den Magnetic Hill Zoo besuchen, hier findet man nicht nur die einheimische Tierwelt sondern auch einige Exoten.

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