Nordwest-Territorien

Die Nordwest-Territorien von Kanada machen heute noch mit ungefähr 1.346.106 qkm einen Bruchteil ihrer früheren Fläche aus. Über die Zeit wurden sie Stück für Stück verkleinert, zuletzt als man das Nunavut Territorium 1999 abtrennte.

Die Hauptstadt der Northwest-Territories (frz. Territoires du Nord-Ouest) ist Yellowknife im südlichen Zentrum des Gebiets und am Nordufer des Großen Sklavensees am Yellowknife River.

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Flagge der Nordwest-Territorien

 

Yellowknife und First Nations

In Yellowknife leben auch fast die Hälfte der ca. 42.000 Einwohner. Die Stadt ist bekannt für ihre reichen Vorkommen an Gold und Diamanten, die der Stadt in der Vergangenheit regelmäßig einen Boom bescherten. Sie ist auch Startpunkt für die längste Eisstraße der Erde (Tibbitt to Contwoyto Winter Road, insgesamt ca. 568 km Länge), die den Transport der Rohstoffe ermöglicht.

Eine bekannte Sehenswürdigkeit von Yellowknife ist das Prince of Wales Northern Heritage Centre mit tausenden von Ausstellungsstücken aus den Bereichen Kultur und Natur sowie viele Informationen zu den indigenen und nicht indigenen Einwohnern der Provinz. Wer sich für die Geschichte der Inuit, der Inuvialuit, der Métis und der Dene interessiert, ist hier richtig.

Yellowknife
Blick über Yellowknife, der Hauptstadt der NWT

Hier befinden sich auch die Northwest Territories Archives mit vielen historischen Bildern, Tonaufnahmen und Dokumenten. Unweit dieses Gebäudes findet man die Northwest Territories Legislative Building, wo die territoriale Regierung ihren Sitz hat.

Wer sich für Theater und Musik interessiert, der sollte im Northern Arts and Cultural Centre (NACC) vorbeischauen. Das bekannteste Restaurant der Stadt ist das kultige Wildcat Cafe, welches bereits seit 1937 geöffnet ist. Ebenso von Einheimischen gerne besucht ist die Gold Range Bar.

wildcat cafe
Das legendäre Wildcat Cafe

Einmal im Jahr findet das Folk on the Rocks Festival statt, hier gibt es nicht nur Folkmusik zu hören, sondern ein breites Repertoire lokaler und überregionaler Künstler. Beim Snowking Winter Festival entsteht auf dem Great Slave Lake ein Schloß aus Schnee, welches ab dann für einige Zeit als Künstlerstätte mit Konzerten und Theater genutzt wird.

 

Geografie und Nationalparks

Das Klima in den NWT ist subpolar und im äußersten Norden sogar polar-arktisch geprägt. Die Winter sind lang und kalt, in dieser Zeit können Temperaturen um die -40 °C einige Wochen am Stück anhalten. Polarlichter lassen sich hier gut beobachten. Die Sommer sind dagegen kurz aber zumindest in den südlichen Territorien warm.

Begrenzt werden die Territorien durch das Yukon-Territorium (im Westen), Nunavut (im Osten) sowie im Süden durch die Provinzen Saskatchewan, Alberta und British Columbia.

Der höchste Punkt der Territorien liegt bei immerhin 2.773 m Höhe in den Mackanzie Mountains. Auf dem Gebiet befinden sich zahlreiche Seen, die größten von ihnen sind der Große Bärensee, der Große Sklavensee und der Lac la Martre. Die beiden erst genannten sind jeder für sich ungefähr so große wie Belgien, was die Dimension dieser Wasserflächen verdeutlicht.

Auch zahlreiche Flüsse und Zuflüsse prägen das Land, wie der Mackenzie, Coppermine River, Peel River, Liard und der South Nahanni River. Es gehören auch einige Inseln im Arktischen Ozean zum Gebiet wie die Banks Island und Prince Patrick Island.

Sehenswerte Nationalparks sind der Aulavik-Nationalpark (weit oben im Norden mit Polarwüste), der Nahanni-Nationalpark und der Tuktut-Nogait-Nationalpark sowie der mit Alberta geteilte Wood-Buffalo-Nationalpark (größer kanadischer Nationalpark) mit den sehenswerten Waldbisons.

Die dichten Wälder im südlichen Bereich werden nach Norden und Osten hin deutlich weniger und gehen später ganz in eine baumlose polare Landschaft über.

Außerdem findet man auf dem Gebiet der NWT auch eine faszinierende Tierwelt. Prägend sind die große Karibuherden, sie gelten als die größten des nordamerikanischen Kontinents. Man findet außerdem Grizzlys, Elche, Moschusochsen, Vielfraße, Rentiere, Wölfe, Polarfüchse und Schnee-Eulen sowie zahlreiche Vogelarten hier.

 

Rohstoffreiche Territorien

Neben Englisch und Französisch werden hier auch einige indigenen Sprachen gesprochen. Überhaupt bilden die First Nations mit einem guten Drittel die größte Bevölkerungsgruppe, dazu kommen noch 8 % von Angehörigen der Métis. Die übrigen Bewohner sind britischer, irischer und deutscher Abstammung. Weitere wichtige Siedlungen neben Yellowknife sind Hay River, Inuvik und Fort Smith.

Traditionell war der Pelzhandel ein wichtiger Wirtschaftszweig in den nördlichen Regionen Kanadas, heute spielen die Förderung der Rohstoffe, Holzwirtschaft und Tourismus eine wichtige Rolle. Die NTW sind ausgesprochen rohstoffreich (Gold, Silber, Diamanten, Uran, Zink und Blei). Durch deren Förderung und die geringe Bevölkerungszahl ist das Bruttoinlandsprodukt hier pro Kopf das höchste in Kanada.

Die Stromerzeugung erfolgt durch thermische Quellen und Wasserkraft. Auch der Verkauf von indianischen Kunstobjekten ist für einige Familien durchaus lukrativ und manche haben Stammkunden in Kanada, den USA und Europa.Viele Künstler haben sich dabei zu Kooperativen zusammen geschlossen und beteiligen sich dabei auch an Gastronomie und Tourismus.

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