Quebec

Vergleicht man die Größe der kanadischen Provinz Quebec mit jener von Deutschland, so sind die meisten Menschen erstaunt: Tatsächlich ist Quebec rund vier Mal so groß wie die Bundesrepublik. Die Geschichte der Provinz Quebec reicht weit zurück: Einst ließen sich hier indigene Gruppen wie die Irkoesen nieder, es folgten später französische und britische Siedler.

flagge der kanadischen provinz quebec
Flagge von Quebec

Die Zeitzone beträgt -5 zur UTC, die postalische Abkürzung innerhalb Kanadas ist QC. Seit 1 Juli 1867 ist Quebec Teil der kanadischen Föderation. Aufgrund seiner Größe und Ausdehnung hat Quebec einige Nachbarn, innerhalb Kanadas sind dies Ontario, Neufundland und Labrador, New Brunswick und das Territorium Nunavut. Auch grenzt es an die USA, u.a. an den Bundesstaat New York).

Der höchste Punkt der Provinz ist der Mont D´Iberville mit 1.652 m Höhe. Vier Fünftel des Gebietes der Provinz zählt geografisch zur Halbinsel Labrador, es gibt einige Bodenschätze und große Wasserkraftressourcen. Dicht besiedelt ist das Gebiet im Bereich des Sankt Lorenz Tieflands zwischen Montreal und Trois-Rivieres, der Rest verzeichnet nur eine sehr geringe Bevölkerungsdichte.

Die Landessprache der Provinz ist nur Französisch, dies macht diese Provinz einzigartig in ganz Kanada. Quebec wird daher auch als eigene Nation innerhalb des Staates Kanada betrachtet. Man legt hier auch aus historischen Gründen viel Wert auf die frankophone Herkunft, Kultur und Tradition. Die Region eignet sich daher auch gut für Sprachreisen. Separatistische Strömungen führten in der Vergangenheit sogar zu zwei Abstimmungen über die Unabhängigkeit, wobei diese letztlich trotz starker Unterstützung final keine Mehrheit finden konnten.

provinzpark quebec
Der Hautes Gorges de la Rivière Malbaie Provinzpark

Englisch als Sprache ist in dieser Provinz durchaus verbreitet, insbesondere in Montreal und im Grenzbereich zu Ontario. Wer Quebec besucht, der sollte aber zumindest ein wenig Französischkenntnisse und Floskeln bereit halten. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, wird einem aber die Herzen der Québécois garantiert schneller öffnen.

Die von Touristen gerne besuchte Stadt Quebec befindet sich direkt am Nordufer mächtigen St. Lorenz-Strom . Ihr Name entstammt der Sprache der indianischen Ureinwohner Kanadas und bedeutet übersetzt so viel wie „enge Stelle“, was sich auf die Flussverengung des St. Lorenz-Stroms nahe der Stadt bezieht. Bis heute prägen die starken frankophonen Einflüsse das lebendige, einzigartige Stadtbild.

Die Großstadt bezaubert Besucher mit der gewohnt kanadischen Lässigkeit, besitzt aber gleichzeitig den typisch französischen Charme und gilt als die europäischste Stadt Kanadas.

 

Sehenswürdigkeiten in Quebec-Stadt

Quebec-Stadt hat sich durch die vielen multikulturellen Einflüsse längst zu einer Region entwickelt, die so vielseitig und abwechslungsreich wie kaum eine andere in Kanada ist. So ist es nur logisch, dass es eine große Auswahl an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten gibt, die man sich als Besucher ansehen sollte.

Die Altstadt mit Stadtmauer und Zitadelle (seit 1985 Welterbe der UNESCO) zählt zu den ältesten auf dem nordamerikanischen Kontinent und bietet einen beeindruckenden Einblick in die lange Entwicklung Quebecs: So kann man bei einem Rundgang das historische Viertel Petit Chaplain entdecken, der alte Place Royale (mit der Kirche Notre-Dame-des-Victoires) oder auch den romantischen Hafen kennenlernen, an dem es viele hervorragende Fischrestaurants gibt.

ville de quebec im winter
Winterlicher Blick auf Quebec-Stadt (c) alpegor / Fotolia.

Weiterhin zeichnet sich das Stadtbild durch malerische, zum Teil denkmalgeschützte Reihenhäuser mit Türmen und Erkern im viktorianischen Stil aus, ganz ähnlich wie in San Francisco.

Und natürlich prägen mächtige Ahornbäume – der „Nationalbaum“ Kanadas – die Straßen, egal, wohin man blickt.

Eine Besonderheit ist, dass die „Ville de Québec“ die einzige Stadt in Kanada ist, die über eine Festung verfügt, welche weit oben über dem imposanten St.Lorenz-Strom thront. Weitere bedeutende Bauwerke sind die Kathedrale Notre-Dame de Quebéc, das imposante Chateau de Frontenac (den Loireschlössern nachempfundeses Luxushotel und Wahrzeichen der Stadt), das Morrin Centre und die Basilika St.-Anne-de-Baupré (bedeutender Wallfahrtsort rund 30 km entfernt von der Stadt) mit ihrer auffälligen weißen Fassade und einem kostbaren Schrein im Inneren.

Imposante ist auch das im Second-Empire-Stil gebaute Hôtel du Parlement, wo die Assemblée nationale du Québec (Nationalversammlung der Provinz) tagt.

Wer Québec richtig kennenlernen möchte, sollte darüber hinaus nicht nur den Stadtkern selbst, sondern auch die Umgebung kennenlernen. Rund um die Stadt gibt es unzählige Freizeitmöglichkeiten in der wunderschönen, unberührt wirkenden Natur. Besonders im Südwesten der Stadt befinden sich erholsame Parkanlagen.

Für Abenteurer bietet sich darüber hinaus eine Fahrt mit dem Kanu oder Kayak auf den Flüssen Sainte Anne (du Nord) und Jacques Cartier an.

In der Stadt ist auch das Nachtleben vielfältig: Es gibt unzählige Restaurants, Bars, Pubs, Kneipen und Konzerthäuser sowie Theater und Opernhäuser. Zu einer der berühmtesten Veranstaltungen zählt der Cirque du Soleil – er findet in vielen Metropolen der Erde statt, stammt aber tatsächlich ursprünglich aus Québec.

Kunstfreunde sollten das Musée national des beaux-arts du Québec (MNBAQ), das Nationalmuseum der Provinz besuchen. Mehr zur Kulturgeschichte erfährt man im Musée de la civilisation, die frankophone Geschichte Nordamerikas erhält man im  Musée de l’Amérique francophone dokumentiert.

Ebenfalls ist der farbenfrohe, festliche Karneval (mit Maskenbällen, Umzügen und Eisskulpturen) der Stadt absolut sehenswert für Reisende, die das erste Mal in Kanada sind. Er zählt fest zur kanadischen Kultur und ist ein Highlight für jeden Besucher. Aber auch im Sommer ist etwas los in der Stadt, beim Sommerfestival (Festival d’été de Québec) treten zahlreiche Künstler und Musikgruppen bei Open-Air-Konzerten auf.

Die Altstadt von Québec weist eine sehr hohe Restaurantdichte auf, bei der sich für jedes Budget etwas Passendes findet: Von luxuriösen Gourmet-Lokalen über internationale Küche der gehobenen Klasse bis hin zu günstigen Imbissen, Straßenverkäufen und Fastfood-Ketten kann man immer wieder etwas Neues bei einem Besuch probieren.

Ein guter Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit, ein gutes Lokal zu finden, das original kanadische Spezialitäten serviert. Gerade die Einheimischen wissen am besten, wo man gut essen kann – trauen Sie sich und sprechen sie diese an!

So groß die Auswahl an gastronomischen Einrichtungen ist, so vielseitig ist auch das Angebot an Unterkünften. Quebec besitzt eine Vielzahl weltbekannter Hotelketten, ist aber gleichzeitig auch bekannt für seine vielen, familiengeführten Pensionen. Letztere geben Reisenden die wunderbare Möglichkeit, einen unverfälschten Eindruck von den sehr gastfreundlichen Kanadiern zu erhalten.

Von Quebec-Stadt kann man auch interessante Touren weiter in den kanadischen Osten unternehmen. Wie wäre zum Beispiel ein Besuch bei den Schluchten der Portes de l’Enfer? Oder auch bei einem Besuch im Meerespark Sagnenay Sainte Laurent, die Wale, Seelöwen und Delfine zu beobachten?

 

Unterwegs in der Metropole Montreal

Montreal (franz. Montréal) ist die größte Stadt der kanadischen Provinz Québec und befindet sich in deren Südwesten. Sie ist umgeben von malerischer, wildromantischer Natur, die sich unter anderem durch den Berg Mont Royal und den mächtigen St. Lorenz-Strom auszeichnet.

Montreal liegt rund 460 km vom Atlantischen Ozean entfernt und ist zudem eine bedeutende Hafenstadt. Genau wie auch die Ville de Québec ist Montréal eine Stadt, in der viele unterschiedliche Kulturen zusammenleben. Der Großteil der Einwohner spricht jedoch das für die Provinz übliche Französisch, was die Metropole – nach Paris – zur zweitgrößten französischsprachigen Stadt der westlichen Welt macht. Immerhin rund 20% der Einwohner bezeichnen Englisch als ihre Muttersprache, so dass Montréal diesbezüglich nicht ganz so frankophon wird wie Quebec-Stadt.

skyline von montreal im herbst
Montreal im Indian Summer (c) mbruxelle / Fotolia.

Montreal besitzt mit seinen vielen unterschiedlichen Kultureinflüssen eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, welche einen Aufenthalt in der Stadt unvergesslich machen. So sollten sich Besucher unter anderem den Berg Mont Royal, den rund 233 Meter hohen Hausberg der Stadt, sowie das Place Ville-Marie (188 m hoher Wolkenkratzer aus dem Jahre 1962) ansehen, welches eines der ältesten Bauwerke dieser Art in Kanada ist.

Auf dem Berg Mont Royal befindet sich eine interessante Aussichtsplattform, welche vor allem am Abend einen atemberaubenden Blick auf die ganze Stadt mitsamt ihrer imposanten Skyline bietet. Auf der nordöstlichen Seite des Berges gibt es eine weitere Plattform, die ein hervorragendes Panorama auf das Olympiastadion (Montreal war 1976 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele) und dessen Turm ermöglicht.

Der sicherlich schönste Teil Montreals ist die malerische Altstadt mit ihren vielen historischen Gebäuden, deren Architektur die unterschiedlichsten internationalen Einflüsse widerspiegelt.

Nehmen Sie sich zudem die Zeit, das angesagte Quartier namens Plateau Mont Royal kennenzulernen. Hier reihen sich Boutiquen an Kunstgeschäfte und es gibt viele Künstler auf den Straßen. Montréal besitzt zudem – wie die meisten Großstädte auf dem nordamerikanischen Kontinent ein eigenes China-Town-Viertel, in dem es viele verschiedene asiatische Lokale und Straßenverkäufe gibt.

Wer sich für Architektur interessiert, ist in der bedeutenden Basilika Notre-Dame de Montréal genau richtig, die sich durch ihren beeindruckenden Baustil und das mit Fresken verzierte Kirchenschiff auszeichnet. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch im Théâtre du Nouveau Monde, dem „Theater der neuen Welt“, sowie im Montréal Museum of Fine Arts oder auch in der Oper von Montréal.

Ein besonderer Geheimtipp: Unweit der Altstadt von Montreal befindet sich das alte Hafenviertel, das sich auch „Vieux Port“ nennt und von zahlreichen saftig grünen Parkanlagen umgeben ist, die zum Erholen einladen. Auch am Hafen gibt es einige Bars und Lokale, in denen man den herrlichen Ausblick auf den St. Lorenz-Strom sowie auf den nahe liegenden Freizeitpark „La Ronde“ genießen kann.

Im Spätsommer sind die Parks am interessantesten. Dann nämlich findet – genau genommen zwischen September und Oktober – in Montréal der Indian Summer statt, während dem sich die Blätter der großen Ahornbäume in den schönsten leuchtenden Farben zeigen.

Sehenswerte Museen sind das Musée des beaux-arts de Montréal, das Insectarium de Montréal, das Redpath-Museum (Natur & Archäologie) und das McCord-Museum (Geschichte Kanadas)

Montréal ist eine Stadt mit einer hohen Dichte an Künstlern, viele davon sind Musiker und verantwortlich für die breitgefächerte Musikszene der Stadt. So ist es nicht verwunderlich, dass jedes Jahr zahlreiche Festivals und Konzerte stattfinden, bei denen für jeden Geschmack das richtige dabei ist. Die Stadt gilt in Kanada als Kulturhauptstadt und für jeden ist etwas dabei, viele Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt und sind kostenfrei.

Ein Highlight ist vor allem das jährlich stattfindende „Festival International de Jazz de Montréal„, welches auch einfach nur FIJM genannt wird und das weltweit größte Jazz-Festival darstellt. Jedes Jahr reisen dafür Millionen Menschen aus aller Welt an. Im Place des Arts finden außerdem die beliebten Aufführungen der Opéra de Montréal statt.

Vor allem Downtown-Montreal ist absolut einen Besuch wert, wenn man sich für Entertainment interessiert. Allein im Juni und Juli eines jeden Jahres finden in diesem Stadtteil von Montreal hunderte von Konzerten in diesem Bezirk statt, die nicht nur in Konzertsälen, sondern auch in Kaufhäusern, Pubs und Bars stattfinden.

Etwas besonderes ist auch die Untergrundstadt von Montreal, das weit mit 32 km weit verzweigte Netz aus Einkaufspassagen, Läden und Fußgängertunneln ist weltweit in dieser Größe einzigartig.

Auch Sportfreunde kommen in der Stadt voll auf ihre Kosten. In der NHL wird die Stadt durch die Canadiens (Rekordmeister) vertreten, ein Besuch eines Heimspiels im Centre Bell ist dringend zu empfehlen. Die Montreal Alouettes sind die heimische Mannschaft im Canadian Football. Der Große Preis von Kanada (Formel 1) wird  auf dem Circuit Gilles-Villeneuve ausgetragen.

Auch Fußball spielt eine Rolle und man kann sich durchaus ein Spiel der Impact de Montréal anschauen. Im Winter kann man aber die zahlreichen Eisbahnen und Langlaufloipen nutzen und selbst aktiv werden. Ebenso bieten sich im Sommer Kanutouren und Wanderungen im herrlichen Umland der Metropole an.

 

Kulinarisches, Bildung und Nationalparks

Die kanadische Küche ist, anders als die anderer Einwanderungsländer, reich an vielen traditionellen Spezialitäten, die eine Mischung aus frischen Zutaten der Region, sowie neuen und traditionellen europäischen Einflüssen widerspiegeln.

Probieren Sie beispielsweise die Spezialität „Poutine„. Hierbei handelt es sich um Pommes frites, die mit würzigem Käse und „Gravy“, also Sauce, überbacken werden. Ist eine ziemlich fettige Speise und dem Fast Food zuzurechnen, aber trotzdem äußerst schmackhaft. Sehr beliebt in Quebec ist auch pâté chinois, ein mit Kartoffelpüree und Mais überdeckter Hackbraten.

Ebenfalls zählt „Smoked Meat with Cole Slaw“ zu den typischen Gerichten in Montréal. Dabei handelt es sich um fein geräuchtertes Fleisch, das gemeinsam mit Senf bestrichenem sowie mit Koriander und Pfeffer gewürztem Weißbrot serviert wird. Viele Lokale bereiten diese Spezialität nach ihrem eigenen Rezept zu.

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Die Fleurdelisé, die Flagge von Quebec am Place d’Armes in Montreal

Auch bildungstechnisch ist Quebec auf einem hohen Niveau und es gibt zahlreiche Hochschulen von internationalem Rang in der Provinz. Bekannt sind dabei die Université de Montréal, die Université du Québec à Montréal (UQAM), die Concordia University und die Universität McGill.

Das Klima ist im Süden und Westen kontinental mit warmen, feuchten Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Gewitter und Tornados kommen auch in dieser Provinz vor, sind aber seltener als im südlichen Ontario. Die nördlichen Regionen der Provinz haben ein kaltes subpolares oder polares Klima.

Die beeindruckende Landschaft und Natur Quebecs wird in drei Nationalparks (neben weiteren Provinzparks und Regionalparks) geschützt: der La-Maurice-Nationalpark (waldreicher Park mit Elchen, Bibern, Ottern, Falken und Enten), der Forrillon-Nationalpark (mit Wäldern, Dünen und Felsenlandschaft sowie einer breiten Fauna mit Elchen, Hirschen, Pumas, Bären, Bibern, Füchsen, Fröschen und Walen) und der  Mingan-Archipelago-Nationalpark (mit zahlreichen Inseln, Seevögeln, Robben und Walen).

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