West-Kanada

Hier finden Sie Reisetipps und Informationen für die typische Rundreise durch British Columbia und Alberta in West-Kanada mit dem Mietwagen oder Wohnmobil.

jasper see
Der Jasper-Lake in Alberta (c)

Wir haben die Mietwagen-Variante gewählt.

  • Unsere Reise startet in Vancouver und endet in Vancouver, wo Sie einige Tage Aufenthalt einplanen sollten. Von Vancouver starten auch die Ausflüge nach Whistler und Seattle.
  • Die erste Strecke führt von Vancouver Richtung Osten über Hope und Osoyoos nach Penticton.
  • Weiter geht es entlang des schönen Okanagan-Sees durch Kelowna bis nach Revelstoke und Golden, also schon durch die ersten »kleineren« Nationalparks.
  • Sehen Sie den Lake Louise und den atemberaubenden Icefields Parkway auf der Fahrt durch die Nationalparks von Banff und Jasper – Start und Endziel der Reise kann auch das nahe gelegene Calgary, Alberta sein.
  • Den höchsten Berg der Rocky Mountains, Mount Robson, passiert man auf der Strecken von Jasper nach Prince George.
  • Von Prince George über Smithers nach Prince Rupert am Pazifik führt die Strecke durch Hunderte Kilometer dünn besiedeltes Landes.
  • Ein Tag auf dem Meer: Über die Inside Passage von Prince Rupert nach Port Hardy .
  • Für Vancouver Island sind zwei weitere Abschnitte eingeplant. Einer für den nördlichen Teil der Insel …
  • … und einer für Victoria, die Hauptstadt British Columbias.
  • Von dort geht es wieder nach Vancouver.

Von Vancouver aus sind zwei weitere Ziele beschrieben, die man in Tagestouren besuchen kann.

  • Die kleine Rundreise über Whistler greift nochmal alle Motive der großen Rundfahrt auf.
  • Außerdem lohnt sich ein Abstecher nach Seattle, Washington (USA).

Beachten Sie auch die allgemeinen Hinweise über Kanada, sehen Sie, welche Tiere Ihnen begegnen könnten und welche »Geheimtipps« wir für Sie haben. Außerdem gibt es noch alternative Reiseziele und alle Bilder.

Starten Sie nun Ihre virtuelle Westkanada-Rundreise ab Vancouver!

 

Vancouver

Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Als George Vancouver, der englische Vermessungsingenieur der amerikanischen und kanadischen Westküste, im Alter von 13 Jahren der Royal Navy beitrat, hätte er sich bestimmt nicht erträumt, dass einmal die drittgrößte Stadt Kanadas nach ihm benannt würde. So ist es aber am 6. April 1886 bei der offiziellen Stadtgründung von Vancouver geschehen.

Mit ungefähr 600.000 Einwohnern im Jahr 2006 ist die Stadt ein wunderbares Beispiel der Industrialisierung Kanadas, denn dank der transkontinentalen Eisenbahn entwickelte sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Metropole, deren Bedeutung zu Beginn noch in den natürlichen Ressourcen wie Fischfang und Landwirtschaft lag.

Heute basiert ihre große Wirtschaftskraft nicht zuletzt auf einem Hafen mit internationaler Bedeutung. In Vancouver legen nicht nur Handels- sondern auch Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an, denn nach der Weltausstellung 1986 wurde die Stadt ein Tourismusmagnet und zieht seitdem jährlich Millionen Besucher aus nah und fern an.

Obgleich Vancouver relativ jung ist und das Stadtbild daher sehr modern, gibt es doch einige architektonische Meisterleistungen, die Fotografien und verweilende Augenblicke wert sind. Das Hauptgebäude der Public Library erinnert zum Beispiel stark an das Kolosseum in Rom und beherbergt nicht nur Bücher sondern auch Restaurants und Geschäfte.

Architektonisch sehenswert sind aber auch die neugotische Christ Church Cathedral aus dem Jahr 1894 und die neoklassizistische Art Gallery in der Hornby Street, deren Gebäude 1906 als Gerichtsgebäude errichtet wurde.

Das mit Terrakotta-Ziegeln verkleidete Dominion Building im Stadtteil Gastown, das im Stil des Empire State Buildings errichtet wurde, war Drehort einiger Szenen aus »Die unendliche Geschichte«.

Bis 1910 war das Dominion Building mit 53 Metern das höchste Gebäude der Stadt, heute wird die Skyline von Vancouver stetig entwickelt, jedoch gemäß bestimmter städtebaulicher Richtlinien, nach denen die Sicht auf die Berge nicht versperrt werden darf. Ein bemerkenswertes Gebäude Vancouvers ist das Canada Place, ein Relikt der Weltausstellung von 1986. Wahrzeichen der Stadt ist das Marine Building, im Baustil dem Empire State Building in New York nachempfunden. 8.000 Kunstwerke sind in der Vancouver Art Gallery zu bestaunen.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

Selbstverständlich hat Vancouver aber sehr viel mehr zu bieten als ausschließlich Architektur; hier finden Veranstaltungen wie das Chinesische Neujahrsfest oder die »Celebration of Light« statt; hier befinden sich so bekannte Plätze wie der Stanley Park oder Granville Island.

Letzteres beeindruckt unter der Granville Street Bridge durch seinen öffentlichen Markt, die Theater, Galerien, Künstler und Musiker – hier befindet sich der kulturelle Höhepunkt der Stadt und fasziniert durch allerlei kulinarische und kulturelle Eindrücke.

Ebenfalls beeindruckend wird ein Besuch auf der ursprünglich bereits 1889 gebauten Capilano Suspension Bridge sein, die heute mit 136 Metern Länge und mit 70 Metern über dem Capilano River die längste Hängebrücke der Welt ist. Wem ein paar schwingende Bretter Zedernholz und Stahlkabel noch nicht genug Nervenkitzel ist, der kann bei dem so genannten »Treetops Adventure« weitere Brücken und Pfade ausprobieren, die sich dann jedoch an riesigen Baumstümpfen in 24 Metern Höhe über dem Boden des Regenwaldes befinden.

Ganz im Gegensatz dazu ist der Stanley Park vermutlich eine Oase der Ruhe nicht nur für Naturliebhaber – hier finden sich auf 400 Hektar auch Kinderfantasieländer und Miniatureisenbahnen. Erholungssuchende können aus 18 Kilometern Stränden wählen. Ein perfekter Platz zum Entspannen und Wohlfühlen. Ein solcher Ort ist auch Dr. Sun Yat-Sen Gardens, welches mitten in Chinatown hinter schützenden Mauern ein beeindruckend harmonisches Spiel an Kontrasten bietet.

Ob in Farbe, Größe oder Form – hinter den Mauern in Chinatown erlebt man Ying und Yang ganz hautnah. Wenn die chinesische Bevölkerung Vancouvers dann im Juni ihr traditionelles chinesisches Neujahrsfest mit einer Parade und einem Drachenbootrennen auf dem False Creek feiert, ist die gesamte Stadt dabei, denn das Chinatown British Columbias gründet bereits auf den ersten chinesischen Einwanderern, die zur Zeit der Stadtgründung kanadischen Boden betraten.

Hier erlebt man das, was man sich unter dem Wort »Chinatown« vorstellt: Einen vibrierenden Stadtteil voller exotischer Süßigkeiten, Gerüche und Geräusche. Allerdings befinden sich ganz in der Nähe auch »heruntergekommene« Stadtteile, die man abends lieber nicht zu Fuß erkunden sollte.

Als wunderbare Erfahrung für Familien bietet Science World in der Quebec Street die weltgrößte Kuppelleinwand mit aufregenden 3D-Filmvorführungen, die nicht nur die Jüngsten atemlos in die Sitze pressen. Die Kuppel in der sich das berühmte OMNIMAX-Kino befindet, ist von vielen Teilen Vancouvers aus sichtbar und war 1986 Teil der dortigen Weltausstellung.

Bereits seit mehr als hundert Jahren zieht die Robson Street dagegen Genießer aus aller Welt an. Hier wird eingekauft und gegessen. Von schicken In-Cafes über exquisite Nobelrestaurants bis hin zu den individualistischsten Künstlerbars findet sich hier alles was das Herz begehrt.

In Vancouver kann man an verschiedenen Stränden liegen und dabei und schneebedeckte Berggipfel anschauen. In der kalten Jahreszeit locken die drei Skigebiete der North Shore Mountains. Ein absolutes Highlight und ein würdiger Abschluss jeden Vancouver-Besuchs ist schließlich die »Celebration of Light« Ende Juli und Anfang August an den Stränden der English Bay. Dabei handelt es sich um einen mit Musik unterlegten Feuerwerkswettbewerb der Superlative.

 

Von Vancouver nach Penticton

Sehenswertes auf der Strecke von Vancouver über Osoyoos nach Penticton

Vancouver, im Südwesten von British Columbia gelegen, verdankt seinen Namen dem englischen Kapitän George Vancouver, welcher 1792 das Küstengebiet kartografierte. Was mit einer kleinen Sägewerkssiedlung begann, nahm durch die Anbindung an die Pacific Railway einen raschen Aufschwung. Die Rundreise wird uns immer wieder an der Bahnlinie vorbeiführen. Nach 30 Autominuten erreicht man Coquitlan am Coquitlan River.

Die 115.000 Einwohner zählende Stadt wurde 1891 gegründet. Die hier ansässigen Indianer gaben ihr den Namen »kleiner roter Fisch«. Das Stadtzentrum wird dominiert vom Mundy Park. Coquitlan ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Galerien, herrlichen Segelreviere, ausgedehnten Regenwaldparks und weiten Blaubeerplantagen. Nach zirka 80 Kilometern Fahrtstrecke erreicht man Fort Langley, 1827 als Versorgungsposten für die Goldsucher auf ihrem Weg nach Norden gegründet.

Im Fort dokumentieren historisch gekleidete Statisten das Leben der Pioniere von British Columbia. Im Zentrum der gemütlichen Kleinstadt laden Cafés und Souvenirshops zum Verweilen ein. Die Fahrt führt weiter nach Mission am Fraser River, auch »Juwel im Tal« genannt. Von den zahlreichen Parks bieten sich beeindruckende Aussichtsmöglichkeiten. Bergsteiger nutzen Mission als Ausgangspunkt für ihre Touren durch die Cascade Mountains.

Ein tolles Erlebnis ist eine Bootssafari durch die zahlreichen Flussarme des Fraser River, flankiert von der imposanten Bergwelt der Coast- und Cascade Mountains. 150 Kilometer entfernt von Vancouver liegt Hope. Ein Stopp lohnt am Hope Slide, hier verschüttete 1965 ein Erdrutsch einen See und 3 Kilometer einer Straße.

Das 3.500 Einwohner zählende Städtchen Hope hat sich einen Namen als Drehort für den Filmklassiker »Rambo« gemacht, die Szenen entstanden sowohl im Ort als auch im Coquihalla Canyon. Lohnenswert ist auch ein Bummel entlang der Wallace Street, wo eindrucksvolle Einbaumschnitzereien ins Auge fallen.

Voralpine Landschaften durchquert man auf der Weiterfahrt durch den Manning Provincial Park. Tiefgrüne Nadelwälder und die über 2.000 Meter hohen Berge der Coast Mountains laden zu einem Spaziergang ein. Im Sommer kann man im Similkameen River, der eine Zeit lang neben der Straße herführt, baden. Aber Vorsicht: Auf einer Fahrt entlang der 8 Kilometer langen Panoramastraße soll es keine Seltenheit sein, den einen oder anderen Bären zu Gesicht zu bekommen.

Malerisch liegt Princeton am Südende des Okanagan- und des Skaha-Sees. Viele Touristen mieten sich in die typisch kanadischen Blockhäuser des Ortes ein.

Weiter auf dem Highway 3 erreicht man das fruchtbare Okanagan Valley. Es wird auch als »Obstgarten« British Columbias bezeichnet. Die ersten Missionare begannen in der klimatisch außerordentlich begünstigten Lage mit dem Weinbau. Siedler brachten Pfirsiche oder Kirschen mit ins Land. Die Obst-, Gemüse- und Kräutergärten bei Keremeos sind ein Geheimtipp.

In Keremeos lohnt ein Halt an der Grist Mill, einer alten Mühle, welche im 19. Jahrhundert den Weizen der ersten Farmer des Gebietes verarbeitete. Liebevoll restauriert wird sie noch heute Schaulustigen vorgeführt.

Später erreicht man Osoyoos. Im trockenen, sonnigen Klima gedeihen Palmen und Kakteen. Spannend ist eine, von Indianern geführte, Exkursion entlang des Wüstenlehrpfades. Eine weitere Attraktion für Wasserratten ist der Okanagan See mit seinen angenehmen Temperaturen.

Die letzte Station dieses Südwest-Kanada-Abschnitts ist Penticton, Zielstation dieser Reise, die man gut an einem Tag schaffen kann. Die Salish Indianer tauften die Stadt »Ort an dem ich immer leben möchte«. Am Ende der Reise laden herrliche Sandstrände und ein umfangreiches sportliches und kulturelles Angebot zum Relaxen und Wohlfühlen im Südwesten Kanadas ein.

 

Von Penticton nach Golden

Sehenswertes auf der Strecke von Penticton nach Golden

Im sonnigen Okanagan Tal liegt das Städtchen Penticton, Ausgangspunkt der heutigen Reise. Das milde Klima des Ortes lädt zur Nutzung der zahlreichen Strände und interessanten Freizeitmöglichkeiten ein. Auch sollte man den leckeren Wein probiert haben und sich in der Okanagan Game Farm die bedrohten Tiere Westkanadas, wie Wölfe, Bären oder Nashörner anschauen.

Nach 68 Kilometern ereicht man die größte Stadt am Okanagan See, Kelowna, 1854 von Missionaren gegründet. Zu einem raschen Wachstum von Kelowna trug 1958 der Bau einer der größten schwimmenden Brücken der Welt über den Okanagan See bei. 109.000 Einwohner leben in Kelowna, einer dynamischen Großstadt mit historischen Bauten und einem vielseitigen kulturellen Angebot.

Im Citypark begrüßt die Statue des Seeungeheuers »Ogopopo« die Touristen, ein nostalgischer Raddampfer lädt zur Besichtigung ein. Die beste Aussicht auf Kelowna genießt man nach einem zirka 20minütigen Aufstieg vom Mount Knox.

Die Fahrt verläuft weiter über Dyama in das 114 Kilometer entfernte Vernon. Vernon ist ein Naturparadies und zeigt sich ungeheuer vielseitig. Regenwald bestimmt neben alpinen Wiesenlandschaften das Bild. Vernon ist auch eine einladende Shoppingmeile. Glücksritter treffen sich im Casino. Wer nach Vernon kommt, sollte die zahlreichen Outdoor-Angebote nutzen und sich zum Beispiel ein Kayak mieten, um die herrliche kanadische Landschaft für sich zu entdecken.

Die Weite Kanadas erschließt sich auch auf der Weiterfahrt. Wiesen, Felder, Obstplantagen und vereinzelte kleine Farmen bestimmen das Bild zwischen Armstrong und Enderby.

Am Ostende des malerischen Shuswap Lake erreicht man das 2.800 Einwohner zählende Hafenstädtchen Sicamous. Die Indianer gaben dem Ort einst seinen Namen, welcher »in der Mitte« bedeutet und sich wohl auf die Lage auf einer schmalen Landzunge zwischen Shuswap und Mara Lake bezieht.

Attraktion von Sicamous sind die unzähligen Hausboote, welche am Shuswap Lake vor Anker liegen. Die schwimmenden Wohnstuben können auch gemietet werden. Um Sicamous gibt es 1.000 Kilometer Küste zu entdecken. Auch lohnt hier eine Wanderung durch die herrlichen Wälder, vorbei an tosenden Wasserfällen.

Craigellachie ist ein historischer Ort, welcher eng mit dem Eisenbahnbau verbunden ist. Benannt wurde Craigellachie nach dem gleichnamigen Ort in Schottland, der Heimat der Familie des ersten Präsidenten der Canadian Pacific Railway. Symbolisch wurde am 07. November 1885 in Craigellachie der letzte Nagel in den Schienenstrang der Eisenbahnstrecke, welche den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, geschlagen.

Vier vollständige Dörfer in Miniaturausgabe kann man im Beardale Castle Miniaturland besichtigen. Über 100 liebevoll gestaltete Minigebäude sind hier entstanden.

  1880 wurde Revelstroke gegründet. Man ereicht das Etappenziel am Colombia River nach 260 Kilometern Fahrstrecke. Das Zentrum des hübschen Städtchens ist der Grizzly Platz, welcher von zwei steinernen Vertretern der tabsigen Gesellen gesäumt wird.

Die Aussicht auf die schneebedeckten 3000er der Colombia Mountains ist fantastisch. Revelstroke besitzt ein bekanntes Eisenbahnmuseum, eine Ausstellung zur Stadtgeschichte und die Möglichkeit der Besichtigung des Revelstroke Staudammes. Hier kann man ebenfalls gut übernachten.

Die ersten Nationalparks

Der Revelstroke Nationalpark verfügt über einen beträchtlichen Anteil Regenwald, aber auch bizarre Gletscherformationen sind vorhanden. Rentiere, Grizzlys und Schneeziegen leben in dieser beeindruckenden Landschaft. Ein Highlight ist die Befahrung der 26 Kilometer langen Strecke »Meadows in the sky«. Man gelangt direkt auf den Gipfel des 1920 Meter hohen Revelstroke Mountain, kann die überwältigende Aussicht genießen oder eine erhohlsame Wanderung unternehmen.

Wahrzeichen Revelstrokes ist der Mount Begbie. Bergsteiger lieben diese Herausforderung, gilt es doch, auf dem Weg zum Gipfel 2000 Höhenmeter zu überwinden. Der Giant Cedars Weg führt vorbei an riesigen 1000jährigen roten Zedern.

Steile Gebirgsketten, enge Täler und vielfältige Gletscher kennzeichnen das Bild im Glacier Nationalpark. Der Glacier Nationalpark ist auch bekannt für sein Höhlensystem. Die Nakimu Cave zählt zu den größten Höhlen Kanadas.

Im Zentrum des Glacier Nationalparkes befindet sich auf 1.330 Metern Höhe der Rogers Pass. Die Verbindung in den Selkirk Mountains wurde 1881 durch den Geologen Albert Bowman Rogers entdeckt. Das Besucherzentrum vermittelt viel Wissenswertes über die Naturschönheiten der Region und die Geschichte des Eisenbahnbaues, welcher das Gebiet und seine Menschen prägte.

Mit einem hölzernen Denkmal wird am Rogers Pass an den Bau des Trans Canada Highway erinnert.

Nach 400 Kilometern erreicht man Golden, das Ziel der Reise. Das kleine Eisenbahnstädtchen im Colombia Valley diente einst als Vorratsstation für Trapper und Siedler. Schon lange wird Golden vom Tourismus beherrscht. Bereits 1899 zeigten schweizer Bergführer ausländischen Touristen die malerischen Höhenzüge der Umgebung. Entspannung und Erholung findet man in den Pubs und Restaurants von Golden.

Zu jeder Jahreszeit ist Golden ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Erholungsgebiete.

 

Banff, Jasper und die Nationalparks

Ein Begriff, der Assoziationen weckt: Die Rocky Mountains… Dieses weltberühmte Bergmassiv, das zu jeder Saison verzaubernd auf seine Besucher wirkt.

Natürlich steht das Naturerlebnis bei diesem abwechslungsreichen Abschnitt weit im Vordergrund. Darüber hinaus verfügen die pittoresken Städte auf unserer Route über eine glänzende touristische Infrastruktur, die auch dem verwöhnten Reisenden beinahe jeden Wunsch von den Augen abliest.

Jede einzelne Station dieser Route hat ihre Vorzüge, und nur Sie entscheiden, wie lange Sie das Luxusleben im Nobelort Banff genießen oder wann es Sie weiter zieht, den Norden mit seinen Gletschern zu erkunden…

Banff

Die Route beginnt im kleinen Städtchen Banff im Süden Albertas, etwa eine Flugstunde von Vancouver und entfernt im Westen Kanadas. Auf spektakulären 1383 Metern in den Rocky Mountains stellt Banff die höchst gelegene Stadt Kanadas dar.

Die Geschichte von Banff, dessen Name dem Geburtsort seiner Gründungväter entstammt und dem schottischen Banffshire entlehnt ist, knüpft auch untrennbar an die des Banff National Park an. Dieses 1885 als erster kanadischer Nationalpark eröffnete Areal verfügt über mehrere Tausend Quadratkilometer unterschiedlichster Naturlandschaften, die es zu einem der meistbesuchten Parks der Welt machen.

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Wapiti-Hirsch am Bow-Valley-Parkway (c)

Je nach Jahreszeit genießen Sie hier von sanftem Wiesengrün bis zu tosenden Wasserfällen oder nebelbehangenen Berggipfeln das ganze Spektrum kanadischer Vielfalt.

Der Park bietet ein riesiges Netz mit über 1600 Kilometern Wanderwegen. Im Sommer kann man hier an den Berghängen klettern oder geführte Wanderungen durch abgelegenere Gebiete buchen. Für einen Überblick über das gigantische Gebiet empfiehlt sich eine Fahrt auf den Sulphur Mountain mit der Banff Gondola. Diese führt zu einer Aussichtsplattform mit Teehaus, von der Sie in beinahe 2200 Meter Höhe einen spektakulären Blick über das so genannte Bow Valley erhalten.

Der namensgebende Bow River mündet über die Bow Falls im Bow Lake, einem See in der Nähe des Banff Springs Hotel. Dieses legendäre Fünf-Sterne-Hotel ist linker Hand am Wasserfall gelegen und atmet die Geschichte seiner über 100 jährigen Tradition. Ursprünglich als Eisenbahnhotel von der Canadian Pacific Railway im gothischen Stil erbaut, bietet es dem Gast heute jede nur erdenkliche Annehmlichkeit.

Eine andere Hauptattraktion im Nationalpark stellt der Lake Louise dar, ein kristallklarer See mit türkis schimmerndem Wasser. Die einzigartige Farbe erhält er durch spezielles Steinmehl, das durch Gletscherwasser in den See hinein gespült wird. In den Sommermonaten bietet sich hier eine Fahrt mit dem Kanu an.

Leicht östlich von Banff liegt der Tunnel Mountain, eine tiefe Schlucht mit umgebenden Bergen, die es auf dem sogenannten Tunnel Mountain Drive zu erwandern gilt. Nach einer langen Wanderung stehen vom Zeltplatz bis zum Chalet im Tunnel Mountain Resort Unterkünfte bereit.

Auf über 1800 Meter Höhe liegt das Valley of the Ten Peaks, ein von zehn Gipfeln umgebendes Tal, in dessen Mitte der Moraine Lake liegt. Er wird vom Schmelzwasser der umgebenden Gletscher gespeist.

Der Banff Nationalpark steht seinen Besuchern das ganze Jahr über offen. Jede Saison hat ihre Vorzüge, und während die meisten Touristen in den Sommermonaten herkommen, ist Banff doch gerade auch im Winter einen Besuch wert. Das breite Angebot an Freizeitaktivitäten und Sportmöglichkeiten reicht von Skifahren über Schneeschuhwanderungen bis hin zu romantischen Fahrten mit dem Pferdeschlitten.

Ein ganz besonderes Vergnügen ist auch ein Ausflug mit dem Hundeschlitten, gezogen von den berühmten kanadischen Huskys.

Icefields Parkway

Die Reise gen Norden legen Sie auf dem legendären Icefields Parkway zurück, der einen schmalen Pfad quer durch die Nationalparks von Banff und Jasper legt. An dieser Stelle fahren Sie auf dem Scheideweg von Wasser und Land; im Osten Alberta, im Westen British Columbia.

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Der Icefields Parkway durchläuft die Nationalparks von Banff und Jasper (c)

Auf dieser Route liegen nicht nur weitere Nationalparks, sondern auch der weltberühmte Athabasca Glacier, ein Gletscher von 6 Kilometern Länge. Dieser zum 3400 Meter hohen Mount Athabasca zugehörige Gletscher zählt zum meist besuchten Gletscher Nordamerikas. Direkter Zugang ist nur mit den speziellen Schneebussen möglich, was wohl eine der ungewöhnlichsten Fahrten mit »öffentlichen Verkehrsmitteln« weltweit darstellt. Am Fuße des Gletschers liegt das Columbia Icefield Visitors Center.

Ein weiterer Gletscher ist der Crowfoot Glacier, der noch zum Banff National Park gehört und den zugehörigen Bow River speist. Seinen Namen bekam er durch sein Aussehen – allerdings ist eine der Krähenzehen schon sehr weit zurück gegangen.

Kootenay National Park

Rund 30 Kilometer hinter Banff beginnt der Kootenay National Park, ein kleinerer, doch nicht minder interessanter Park. Während die Mehrzahl der Komfort suchenden Gäste in Banff verbleibt und Kootenay mehr als Durchreiseort empfindet, können Abenteuerlustige hier einzigartige Naturerlebnisse verzeichnen. Je nach Jahrszeit bieten sich in dieser waldreichen Region Aktivitäten wie Angeln, Wandern oder auch ein Ausflug mit dem Pferd an.

Zur Fauna der Nationalparks in Westkanada gehören nicht nur kleinere Wildtiere wie Schafe und auch Wölfe, sondern mitunter auch Grizzlybären. Die Nationalparkverwaltungen halten hilfreiches Informationsmaterial mit Verhaltenstipps bereit. Eventuell sind Sie aber auch ganz und gar besessen davon, überhaupt einmal einen Bären zu Gesicht zu bekommen. Für diese Fälle bietet der Kootenay Park verschiedene Wildlife Touren mit Beobachtung und Aufsuchen von Wildtieren an, die selbstverständlich unter verantwortungsvoller Leitung stehen.

Yoho National Park

Aus Richtung Golden kommend, liegt westlich in British Columbia der Yoho National Park. Dieser kleinere Nationalpark besticht durch ein unberührtes Ökosystem und seine charmant persönlichere Führung, die ihnen trotzdem alle nur erdenklichen Tourenvorschläge und Erlebnisse bietet. Highlight des Parks ist der Emerald Lake, ein verträumter smaragdgrüner See, der zum Kanufahren einlädt.

Jasper

Mehrere Hundert Kilometer weit nördlich von Banff schließlich liegt Jasper mit dem zugehörigen Jaspers National Park. Dieser Park ist mit mehr als 10.000 Quadratkilometern Fläche der weitläufigste aller durchreisten Nationalparks. In Jasper ergeben die speziellen klimatischen Bedingungen ein wieder neues Bild für den Besucher. So finden Sie hier eine Vielzahl an eisigen Gletschern und Wasserfällen, die wirklich spektakulär sind. Zu einem der atemberaubendsten gehören sicher die Athabasca Falls, an dessen Fuße man auch ein schönes Picknick genießen kann.

Im Jasper National Park stehen eine große Auswahl an abwechslungsreichen Ausflügen bereit, die einen näheren Einblick in Landschaft und Tierwelt bieten.

Bergziegen beobachten vom Goat Lookout oder ein entspannendes Bad in den 40 Grad heißen Mette Hot Springs zählen zu den Jahreszeit unabhängigen Aktivitäten. Eine besondere Delikatesse im Winter ist das sogenannte Heli-Skiing, bei dem man hoch oben auf einem Gipfel im Tiefschnee ausgesetzt wird und sich in abenteuerlicher Abfahrt üben kann.

In der Stadt stehen einem wie auch in Banff unterschiedlichste Unterkünfte auch für gehobene Ansprüche zur Verfügung. Vielleicht möchten Sie hier noch ein wenig verweilen und die Eindrücke der Reise Revue passieren lassen… Wenn Sie möchten, können Sie von hier aus einen Tagesabstecher nach Calgary machen.

Von Jasper nach Prince George

Yellowhead Highway

Wir beginnen diesen Abschnitt in Jasper, welches durch seinen riesigen und beeindruckenden Jasper Nationalpark bekannt ist. Die Reise geht anfangs über den weltweit bekannten Yellowhead Pass, der die beiden Bundesstaaten Alberta und British Columbia teilt. Er befindet sich direkt im Zentrum des Nationalparkes von Jasper. Über den Pass führt auch der Highway gleichen Namens.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird dieser Pass als Überfahrt über die Rocky Mountains genutzt. Was als Indianerhandelsroute begann, ist in der Gegenwart mit dem Zeichen des Gelben Kopfes als Symbol geschmückt. Der Name Yellowhead wird als Gelber Kopf übersetzt, und der Pass kam durch den Trapper Pierre Bostonais mit seinen blonden Haaren zu seinem Namen.

Im Nationalpark kann man viele Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade unternehmen. Zum Beispiel zum glasklaren, türkisfarbenen Maligne Lake, der eingerahmt in die faszinierende Bergwelt liegt. Eine eindrucksvolle Bootsfahrt zum »Spirit Island« bietet sich hier an.

Eine Besonderheit innerhalb der Reise von Jasper nach Prince George ist die Überquerung der Zeitzone. Hier müssen Sie Ihre Uhr wieder eine Stunde vorstellen.

Der Yellowhead Lake, ein romantischer Bergsee, ist unbedingt einen Abstecher wert. Bestechend klares Wasser lässt die rundum stehenden Bäume und Berge wiederspiegeln und zaubert eine einmalige Atmosphäre.

Die nächste Etappe unserer Reise sind die bekannten Overland Falls. Aus atemberaubender Höhe stürzen die Wasserfälle hinab. Hier lohnt es sich, etwas länger auszuharren, um dieses Naturschauspiel zu genießen.

Auch die Rearguard Falls, die im Mount Robson Provincial Park befindlich sind, muß man gesehen haben, wenn man sagen möchte, man war in Westkanada. Sie gehören seit 1990 zum Weltkulturerbe, und das zu Recht. Man kann eine kleine Wanderung unternehmen und kommt so zu einer Aussichtsplattform, von der aus man eine atemberaubende Sicht auf den Wasserfall hat. Besonders interessant ist es hier im August, wenn man die Lachse beobachten kann. Die Wasserfälle werden vom Fluss Fraser gespeist.

Ein weiteres besonderes Highlight ist ganz sicher die Überquerung des Fraser River. Auf der legendären »Freedom Route« überquert man den gewaltigen Fluss. Er schlägelt sich rauschend und wildromantisch tief durch herrliche und faszinierende Canyonlandschaften. Der Atem stockt, wenn man diesen gigantischen Fluss überquert. Die Landschaft rundum ist überwältigend. Staunend wird man innehalten, um die Eindrücke aufzunehmen.

Mount Robson

Weiter geht es unterhalb des gigantisch aufragenden Mount Robson, dem höchsten Berg im kanadischen Teil der Rocky Mountains. Auch er ist im Mount Robson Provincial Park befindlich. Vom Yellowhead Highway ist die südliche Seite des atemberaubenden Bergmassivs eindrucksvoll zu sehen. Mit Schnee bedeckt steht der Berg majestetisch vor dem Betrachter.

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Der Mount Robson ist mit 3.954 m der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains (c)

Noch nicht genug der faszinierenden Natur, der Moose Lake sollte nicht vergessen werden. Er ist bestens geeignet, um einen ruhigen Tag mit Angeln zu verbringen.

Nachdem man eine längere Strecke durch ein ausgedehntes Waldstück hinter sich gebracht hat, welches unbesiedelt ist, liegt das Ziel des Abschnitts – Prince George – vor uns. Als die größte Stadt der Provinz British Columbia hat sie viel zu bieten. Seit 1807 besteht Prince George, welches damals noch als Fort George bekannt war. Einen besonderen Namen machte sich die Stadt durch seinen Pelzhandel. Viele junge Leute halten sich in der Stadt auf, weil sie seit vielen Jahren Universitätsstadt ist.

Als Abschluss des Tages kann man hier einen gemütlichen Abend verbringen, die Eindrücke Revue passieren lassen und den Gedanken nachhängen. Dies kann man sicher sehr gut in einem der gemütlichen Cafés tun.

 

Von Prince George nach Prince Rupert

Die Reise von Prince George nach Prince Rupert ist länger als die anderen Strecken. Vielleicht fügen Sie wie wir eine Zwischenübernachtung in Smithers ein?

Prince George – Smithers

Ausgangspunkt der Reise ist Prince George. Wir fahren am Morgen los. Es geht über den Yellowhead Highway in Richtung Prince Rupert. Wir verlassen Prince George und begeben uns zum 371 km entfernten Smithers. Dieser Ort, das Tor zum Norden von British Columbia, hat seinen besonderen Reiz.

Es befindet sich in ländlicher Umgebung mit herrlichen Bergpanoramen. Smithers wird »eine Stadt für alle Jahreszeiten« genannt. 6000 Einwohner leben hier am Fusse des Hudson Bay Mountain. Menschen aus aller Welt haben sich in an diesem idyllischen Fleckchen Erde niedergelassen.

Ein faszinierendes Szenario bietet sich dem Besucher und man sollte es auf keinen Fall versäumen, auf dem Weg nach Price Rupert Smithers zu besuchen. Hier kann man sich die Zeit auf zwei Golfplätzen, auf den faszinierenden Wanderwegen oder im Hallenbad vertreiben. Zahlreiche Fossilien-Fundstellen locken den Besucher.

Gern kann man aber auch einen faszinierenden Rundflug mit dem Wasserflugzeug unternehmen. Freizeitmöglichkeiten gibt es hier engros. Eine Zwischenübernachtung in Smithers in einer der zahlreichen gemütlichen Lodges bietet sich an.

Smithers – Prince Rupert

Am nächsten Tag lockt ein Abstecher nach Fort St. James. Diesen sollte man im Zuge der Reise von Smithers nach Prince Rupert unbedingt einplanen. Dieses am schönen Lake Stuart befindliche interessante Freilichtmuseum bietet noch heute Einblick in die damalige Arbeit der Pelzhändler, aber auch in das Verhältnis der Trapper zu den American Natives.

In authentischen Kostümen erzählen Ihnen gutgelaunte Kandadier in jedem nachgebildeten Haus dessen Geschichte.

Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall Moricetown mit seinem Canyon. Besonders beeindruckend ist der Bulkley River, der sich durch eine wenige Meter breite Schlucht drückt. Hier lohnt sich eine Aufenthalt, um die Natur zu genießen. Hochaufragende Felswände faszinieren den Besucher. Ruhe und Abgeschiedenheit – Romantik pur bietet diese Landschaft seinen Besuchern.

Im sogenannten »Ksan Historic Indian Village« in Hazelton, dem alten Indianerdorf »Gitanmaax Villages« mit seinen Totempfählen und Old Hazelton sollte man unbedingt vorbeischauen. Allein die Fahrt über die einspurige Brücke ist ein kleiner Nervenkitzel. Der Besuch des Dorfes lohnt sich insbesondere für Familien mit Kindern.

Der Skeena River, wie auch viele andere Flüsse Westkanadas, ist für seine Lachsvielfalt und den damit zusammenhängenden Lachsfang bekannt. Übersetzt heißt Skeena River »Wasser aus den Wolken«. Die Zeit zum Angeln sollte man sich nehmen. Es verspricht Romantik und Abenteuer pur. Von Juni bis September ist die beste Zeit für die Lachsfischerei.

Durch das grandiose Tal des Flusses geht es weiter Richtung Endstation Prince Rupert am Pazifik, wir haben noch ca. 450 km vor uns.

Terrace ist ein weiterer Anlaufpunkt. Von hier aus sind es noch ca. 150 Kilometer bis zum Endziel Prince Rupert. Vor uns liegt aber noch Port Edward mit seinen bekannten Dosenfabriken. Die Stadt ist am Skeena River landschaftlich reizvoll gelegen.

In diesem bekannten North Pacific Cannery Village Museum wird unter anderem die Geschichte der Dosenfabriken eingehend dargestellt. Die Geschichte geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als in diesen Dosenfabriken die gefangenen Lachse verarbeitet wurden, um sie in die ganze Welt zu exportieren. Auch ein Stadtbummel durch die idyllische Altstadt hat seine Reize.

Prince Rupert, unser Ziel ist erreicht. Diese Stadt hat eine imense Bedeutung, vor Allem als Hafen für die Inside Passage. Der Hafen Prince Rupert ist der nordwestlichste Hafen Kanadas. Aber Prince Rupert hat viel mehr zu bieten. Als letzter Ort in British Columbia hat sich Prince Rupert einen großen Namen gemacht.

Die Stadt ist Ausgangspunkt für die Fähren nach Alaska. »Stadt der Regenbogen« ist der Beiname Prince Ruperts. Von hier aus hat man die Möglichkeit eine faszinierende Walbeobachtungsfahrt zu erleben. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen.

Aber Prince Rupert lädt auch ein zu einem Bummel durch die idyllischen Gassen. Hier kann man in einem der zahlreichen Restaurants verweilen und die Ausblicke genießen.

Große Adler kreisen in der Luft und lassen sich an den Bäumen am Ufer nieder. Man kann die Tage der Reise von Prince George bis Prince Rupert Revue passieren lassen. Viele Eindrücke sind auf die Reisenden eingestürmt, vieles Interessante und Unwiederbringliche hat man gesehen und erlebt, dies muss erst alles verarbeitet werden.

Eine traumhafte Tour – ein Abenteuer – Westkanada zum Anfassen erleben. Atemberaubende und abwechslungsreiche Landschaften, Artenvielfalt in Flora und Fauna, interessante Sehenswürdigkeiten, die die Geschichte des Landes näherbringen, all dies bot diese unvergesslich einmalige Reise bis hierher!

 

Inside Passage

Ein Tag auf dem Wasser

Die Inside Passage ist die Hauptverkehrsader für Fähren, Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Fischerboote im südöstlichen Teil Alaskas und dem westlichen Teil der Region British Columbia in Kanada.

Sie beginnt nördlich von Seattle (USA) und dem Staat Washington und führt an Vancouver Island hinauf bis nach Alaska.

Die Landschaft der Inside Passage ist geprägt von steilen Wände tiefer Fjorde, die von Gletschern der letzten Eiszeit tief ins Land geschnitten wurden. Die wenigen Menschen, die sich hier angesiedelt haben, leben mit und vom Wasser. Der Haupteinahmezweig ist der Fischfang, wodurch man unzählige große und kleine Fischerboote umherfahren sieht, die Lachs und Heilbutt, king crab und Langusten, in unendlicher Fülle fangen.

Dem von Japan kommenden Kuro-Shiwo-Strom ist es zu verdanken, dass die Küste milde, aber schneereiche Winter hat und Sommertage, die zumeist wolkenverhangen und regenreich sind. Diese feucht-warmen klimatischen Voraussetzungen sorgen dafür, dass die Baumvielfalt sehr groß ist und von Fichte, Tanne, über Pappel und Hemlocktanne, bis hin zur Zeder reicht.

Die klimatischen Bedingungen ziehen auch viele unterschiedliche Tiere Westkanadas an. So ist es keine Seltenheit, wenn man Schwert- und Buckelwale, Seeotter und Robben zu sehen bekommt. Die Region der Inside Passage hatte bis vor kurzer Zeit noch mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Die Lachsschwärme haben sich nach dem Niedergang der Konservenfabriken wieder halbwegs erholt. Und auch die durch Holzfällung kahl gewordenen Stellen wachsen langsam wieder zu.

Besonders lohnenswert und Teil unserer Rundreise ist eine Fahrt mit der Fähre zwischen Prince Rupert und Port Hardy, welches an der Nordspitze von Vancouver Island liegt. Während dieser ca. 500 km langen Fahrt erhält man wunderschöne Blicke auf die Gipfel der Coast Mountains. Sehr beeindruckend ist auch die Fahrt durch den Grenville Channel, wo das Schiff ganz nah an den Fels kommt. Schön anzusehen ist auch das kleine Fischerdorf Bella Bella. Abends erreicht man Port Hardy auf Vancouver Island.

 

Vancouver Island

Bei Vancouver Island handelt es sich um eine Insel vor Vancouver an der Westküste Kanadas. Diese wird vor allem durch ihre faszinierende Landschaft, die grünen Wälder, die Flüsse und die imposanten Felsklippen geprägt. Auf Vancouver Island liegt Victoria, die Hauptstadt von British Columbia. An diesem Tag (und in diesem Text) geht es erstmal um die kleineren Orte auf der Insel.

Vancouver Island wird umrundet von unzähligen kleineren Inseln, wie beispielsweise Hornby, Gabriola und Salt Spring. Hier finden sich zum Teil wunderschöne lange Sandstrände.

Kleinere Orte auf Vancouver Island

Ein beliebtes Reiseziel auf der kanadischen Insel ist das im Norden liegende Port Hardy. Bereits die Überfahrt vom Festland hierher hält Spannendes für alle Besucher der Insel bereit. Wale und Delphine lassen sich hautnah beobachten. Auf der Insel angekommen erwartet die Gäste dichte Wälder, aus denen sich die Schwarzbären, Rehe und Eichhörnchen nicht selten bis in die Ortschaft trauen.

Zu einem wahrhaft verschwiegenen und versteckten Hafenstädtchen inmitten üppig grüner Küstenwälder zählt ohne Zweifel das von der Forstwirtschaft und Fischerei geprägte Port Mc Neill. In dieser Region kommen vor allen Dingen alle Ruhe- und Erholungssuchenden auf ihre Kosten. Wer einen imposanten Blick auf die wilde Meeresküste mit ihren scharfen Felsklippen erhaschen möchte, ist mit einem Abstecher nach Port Alice bestens beraten.

Hier finden sich neben feinen weichen Sandstränden auch der sehenswerte Regenwald Quatsino. Auf dem Weg in Richtung Süden liegt der Provincial Park Nimpkisch mit einer äußerst vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt, und einem ebenso markanten Rotwildvorkommen.

Das kleine an einer Bucht gelegene Dorf Zemballos beherbergt einige historische Relikte und ein interessantes Stadtmuseum, das von der Geschichte der Gegend zeugt. Aber nicht nur Kulturliebhaber werden hier fündig. Besonders Kajakfahrer und Angler finden wahre Paradiese vor, um ihren Hobbys zu frönen. Viele Regionen von Vancouver Island zeugen noch heute von der indianischen Urbevölkerung.

Hierzu gehört die kleine Ortschaft Gold River, die unweit vom Campbell River liegt und das traditionelle Territorium der Mowachahat und Muchalaht Stämme beherbergt. In unmittelbarer Nähe dieses Dorfes befindet sich Upana Caves, ein Höhlensystem mit mehr als 100 Höhlen und unterirdischen Gängen.

Vancouver Island besticht mit einer großen Vielfalt an verschiedenen, sehenswerten Gegenden. Cumberland war ehemals ein Bergarbeiterstädtchen am Fuß der Berge des Strathcona Parks und hält noch heute Interessantes für alle Kohlebergbaubegeisterten parat. Der sich hier befindliche Comox See lädt zu ausgiebigen Bootstouren ein, und auch alle Wanderfreunde finden zahlreiche Wanderwege vor.

Port Alberni zieht seine Besucher mit dem Süßwassersee Sproat Lake und mit dem Pacific-Run-Nationalpark in seinen Bann. Zwischen März und Oktober kann man von der Küste aus die imposanten Grauwale beobachten.

Ein wahres Idyll für alle Camper, Wanderer und Naturverbundenen bietet Parksville. Unberührte Natur, sandige Küstenstreifen und uralte Douglastannen in den Wäldern rund um die Ortschaft lassen die Herzen aller Naturliebhaber höher schlagen. Bamfield ist ein weiteres Highlight für alle Wanderfreunde. Hier befindet sich der Ausgangspunkt für eine Wanderung durch einen Naturpark entlang der wilden und atemberaubenden Westküste.

Am Highway 4 Richtung Port Alberni kann man im Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park uralte Bäume bewundern. Wieder zurück auf dem Trans-Kanada-Highway sollten man das in letzter Zeit schön herausgeputzte Städtchen Nanaimo mit der künstlich angelegten Lagune besuchen.

Die kleine Stadt Chemainus war ehemals die Heimat von Holzfällern und hat noch Bergbauminen aus längst vergangenen Zeiten vorzuweisen. Die heutige Touristenattraktion sind allerdings Wandmalereien, die sich durch die gesamte Stadt ziehen. Zu den mildesten Orten in ganz Kanada gehört jedenfalls der kleine Ort Duncan, der etwa 1 Autostunde von Victoria entfernt liegt.

Vancouver Island eignet sich vor allem für naturliebende und Ruhe suchende Urlauber. Eine üppig bewaldete und mit vielfältigen Tieren besiedelte Landschaft lädt zum Entspannen und Entdecken ein.

Victoria

Victoria, eine der schönsten Städte der Welt, ist die Hauptstadt von British Columbia in Kanada. Durch ihre herausragende Lage auf der Südspitze von Vancouver Island in einer Bucht des Pazifik mit den Bergen im Rücken ist sie als Touristenmagnet und beliebter Altersruhesitz bekannt. Man bezeichnet sie als die britischste Stadt von Kanada, erkennbar zum Beispiel an der Architektur, den roten Doppeldeckerbussen und dem Namen Victoria.

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Victoria, die Hauptstadt von British-Columbia (c)

Die Stadt hat einen sanften und charmanten Charakter, der durch das angenehme, ausgeglichene Klima unterstützt wird. Es wird selten heißer als 30 Grad und kälter als 0 Grad.

Geschichte

Gegründet wurde Victoria durch James Douglas im Auftrag der Hudson’s Bay Company. Fort Victoria, ursprünglich Fort Camosun genannt, war ein Außenposten für den Pelzhandel, der sich auf ganz Kananda erstreckte. Nachdem Vancouver Island zur Kronkolonie ernannt worden war, wuchs die Siedlung schnell und wurde 1849 Hauptstadt. 17 Jahre später kam es zur Vereinigung von Vancouver Island und der Festlandskolonie British Columbia. Seitdem fungiert Victoria als Hauptstadt für diese sechste Provinz Kanadas.

Der Tourimus in Victoria begann mit dem Bau des berühmten Fairmont Empress Hotels 1908. Es liegt am Inner Habour und verfügt über 7000 Räume. Obwohl es schon öfter renoviert wurde, hat es von seinem ursprünglichen Charme im Stil des »Fin de Siècle« nichts verloren. Nach wie vor ist es von Efeu überrankt und Könige und Hollywoodgrößen pflegen nur hier abzusteigen, wenn Sie in der Stadt sind. Sogar die Queen zählt zu den Stammgästen.

Weiter Sehenswürdigkeiten

Um den Inner Harbour gruppieren sich weitere wichtige Sehenswürdigkeiten von Victoria. In der Mitte grüner Parkanlagen erhebt sich das prachtvolle Parlamentsgebäude, das ebenso wie das Empress Hotel von dem Architekten Francis M. Rattenburry entworfen wurde. Auf der Spitze der Kuppel steht die Statue von Captain George Vancouver, der als erster die Insel umrundete und ihr den Namen Vancouver Island gab.

Das Gebäude aus wuchtigen Steinwürfeln erbaut wurde 1897 fertiggestellt. Nachts ist es von Hunderten von Glühbirnen erleuchtet.

Auf der Uferpromenade des Inner Harbour finden sich abends Musikgruppen und Straßenkünstler ein, die den Touristen bunte Abwechslung bieten.

In Victoria liegen die touristischen Attraktionen alle dicht beieinander. Die »Old Town« war früher das Zentrum des Pelzhandels und der Schifffahrt. Heute gibt es dort jede Menge exklusiver Geschäfte in liebevoll restaurierten Häusern. Der Market Square, der historische Mittelpunkt des Handels, wird von Galerien, Restaurants und Läden auf zwei Etagen eingerahmt, die auf verwinkelten Holzstegen erreichbar sind.

Im nördlichen Teil der Altstadt liegt Victorias Chinatown, gegründet im Jahre 1858 von chinesischen Einwanderern auf der Suche nach Gold und von Arbeitern für die Eisenbahnen. Sie ist die älteste Chinatown in Kanada. Sehenswert sind das »Gate of Harmonious Interest« und die Gasse »Fan Tan Alley«, die weltweit zu den engsten Straße gehört mit einer Breite von ca. 1,35 Metern.

In den späten 1800er Jahren war die Fan Tan Alley der Zugang zu dunklen Geschäften aller Art wie Opiumhöhlen, Spielhöllen und Bordellen.

Dem angenehmen Klima zum Trotz findet man in der Government Street das Christmas Village, ein von einem Deutschen geführter Laden, der rund ums Jahr Weihnachtsartikel und -dekoration anbietet. Lübecker Marzipan im Sommer zu erstehen, ist hier kein Problem.

Nur zwanzig Kilometer entfernt vom Stadtkern befindet sich der Butchart Garden, eine Gartenanlage von internationalem Ruf. Ursprünglich war er von Jenny Butchart 1908 in einem stillgelegten Steinbruch angelegt worden.

Inzwischen verfügt er über 22 ha bepflanzte Fläche, die durch gewundene Wege und märchenhaft gestaltete Landschaften gegliedert ist. In vier Hauptgärten, von den der schönsten der »Versunkene Garten« ist, werden jedes Jahr über eine Million Pflanzen neu gesetzt, um eine überwältigende Blütenpracht zu gewährleisten.

Zu einem Besuch in Victoria gehört auch ein Ausflug auf das Meer. Rund um Vancouver Island leben eine Vielzahl von Walen und anderen Meeresbewohnern. In offenen Booten, Zodiacs oder Glasbodenbooten kann man unter der Führung erfahrener Walbeobachter die beindruckende Begegnung mit den größten Tieren der Erde erleben.

 

Städtetipps in Westkanada:

Calgary

Calgary ist eine wunderschöne Stadt im Südwesten von Kanada. Sie gleicht einer pulsierenden Metropole mit einer überwältigenden Skyline. Außerdem gilt sie als die am schnellsten wachsende Großstadt Kanadas. Entweder starten Sie ihre Rundreise in Calgary (statt in Vancouver), oder Sie machen einen Abstecher hierher von Banff aus.

Geschichte

Sie wurde vor ca. 140 Jahren als Außenstelle eines Polizeipostens gegründet und liegt in der westlichen Provinz Alberta. Ihr Klima ist durch warme Sommer und kalte Winter, die allerdings ab und zu durch kurze Wärmephasen unterbrochen werden, gekennzeichnet. Für diese Wärmephasen sind hauptsächlich die warmen Winde der 60 Kilometer südlicher liegenden Rocky Mountains verantwortlich.

Vor den 60er Jahren wurde die Stadt von der Viehzucht und den Cowboys geprägt. Doch aufgrund der riesigen Ölvorkommen wandelte sie sich schließlich zu einer Wirtschaftsmetropole. Viele Einwohner der Stadt haben selbst 40 Jahre nach der Viehzucht noch die Mentalität der Cowboys. Man sieht nicht selten einen Angestellten mit Cowboyhut in seinem Büro sitzen.

Sehenswertes

Als eine der größten Städte Kanadas besitzt Calgary natürlich auch viele touristische Attraktionen. Die berühmteste davon ist wohl die größte Rodeoshow der Welt, die jährlich zusammen mit der Calgary Stampede, eine zehntägige Landwirtschaftsausstellung, stattfindet. Es handelt sich dabei um die größte Freiluft-Ausstellung der Welt mit etwa 1,5 Millionen Besuchern. Sie wird mit einer Parade und einem riesigen Pfannkuchenfest eröffnet.

Als besonderes Wahrzeichen der Stadt gilt der Calgary Tower. Er ist ein 190,8 Meter hoher Fernsehturm und hauptsächlich für die umwerfende Skyline verantwortlich. Bevor er am 1. November 1971 seinen heutigen Namen bekam, hieß er ursprünglich einmal Husky Tower. Um die Aussicht durch den Glasboden des Towers zu genießen, muss man insgesamt 802 Stufen in seinem Treppenhaus erklimmen. Der Turm ist ein Joint Venture der beiden Gesellschaften Marathon Realty Company Limited und Husky Oil und wurde für 3,5 Millionen kanadische Dollar gebaut.

Obwohl es inzwischen höhere Gebäude gibt, strömen nach wie vor viele Touristen nach Calgary um diesen Fernsehturm mit seiner Einzigartigkeit zu bestaunen.

Als weitere Sehenswürdigkeit bietet sich der Calgary Zoo an, der nicht nur für Kinder etwas zu bieten hat. Die beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt kann man in Deutschland nirgends finden. Es empfiehlt sich auch bei einem gemütlichen Spaziergang den Zoo näher zu erkunden.

Wer sich allerdings mehr für die Geschichte und Kultur Calgarys interessiert, sollte sich den Fort Calgary Historic Park, das Heritage Park Historical Village oder das Glenbow Museum anschauen.

Eine weitere Besonderheit der Stadt ist ihr hügeliges Stadtgebiet. Dies ermöglicht den Touristen an den höher gelegenen Stadtteilen einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Stadt. Außerdem ist Calgary spätestens nach der Austragung der Olympischen Spiele im Jahre 1988 als eine Stadt des Wintersports bekannt.

Da viele Touristen auch heute noch die riesige Skisprungschanze bestauenen wollen, besuchen sie regelmäßig den Canada Olympia Park.

 

Kleine Rundreise: Whistler

Berge, Wälder und Seen haben die große Rundreise von Vancouver bis Victoria geprägt. Wenn Sie in Vancouver noch einen Tag Zeit haben und gewillt sind, noch einige Kilometer Fahrt auf sich zu nehmen, bietet sich diese »kleine Rundreise« über Whistler an. Man kann Richtung Hope starten und zuletzt in Whistler Station machen, oder man fährt rechtsherum und startet in Whistler.

Hope – Lytton

Fahren Sie noch einmal die Strecke bis nach Hope. Biegen Sie dort auf den Transcanada Highway 1 ein. Die Fahrt führt nun sehr lange parallel zum Fraser River und eröffnet dem Betrachter wieder einmal herrliche Landschaften. Auf der Mitte der 100 km langen Strecke zwischen Hope und Lytton erreichen wir die erste Attraktion.

Die Hell’s Gate genannte Schlucht ist die engste Stelle in diesem Abschnitt des Fraser Rivers. Mit einer Seilbahn geht es steil hinunter in den Canyon. Die tosenden Wassermassen pressen sich unter einer Gitterbrücke hindurch. Dies ist eine Attraktion für die ganze Familie, die Veranstalter locken dazu mit 101 verschiedenen Sorten »fudge«.

Weiter geht es nach Lytton. Dort mündet der Thompson River in den Fraser River. Wir biegen ab auf die 12 und gönnen uns einen Blick auf die beiden Flüsse, deren Farben völlig unterschiedlich sind und deren Vermischung interessant zu beobachten ist.

Lytton – Lillooet – Pemberton – Whistler

Die Fahrt führt über teilweise abenteuerliche, aber asphaltierte Strecke bis Lillooet. Dort überqueren wir den Fraser auf der 99 und verlassen ihn. In Lillooet bietet es sich an, eine Mittagspause einzulegen.

Von Lillooet nach Whistler sind es noch 130 km. Man passiert – wie könnte es anders sein – wunderschöne Seen, durchquert endlose Wälder und lässt den Blick immer wieder in die Berge schweifen.

Whistler

Etwa 115 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt Whistler, benannt nach dem Pfeifen der Murmeltiere in den umliegenden Bergen. Durch das Whistler-Tal führte bereits im 19. Jahrhundert eine traditionelle Handelsroute verschiedener Stämme der umliegenden Regionen.

Goldsucher und Fallensteller ließen sich in dieser beeindruckenden Landschaft nieder und so entstand im Laufe der Jahre aus einer kleinen Ansiedlung die Stadt Whistler.

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich die Region zum Skigebiet. Schneesicherheit und Abfahrten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade machen die Whistlerblackcomb zum größten Skigebiet Nordamerikas, mit ähnlichen Standards was die Qualität der Pisten und ebenso die touristische Infrastruktur betrifft, wie St. Moritz oder Davos.

Im Sommer bietet Whistler hervorragende Möglichkeiten für Golf, Wandern, Mountainbike und Windsurfen, in manchen Jahren gibt es sogar bis in den August die Möglichkeit zum Gletscherskifahren auf den umliegenden Bergen. Die Stadt selber wird im Sommer von Musikern, Bands, Jongleuren und Kleinkünstlern jeder Art beherrscht. Kunstgalerien und Kunsthandwerksgeschäfte runden das bunte Angebot im Village ab.

Zahlreiche Seen und Flüsse in nächster Umgebung bieten die Möglichkeit zum Wassersport, aber auch demjenigen, der dies sucht, eine ruhige Umgebung, um einfach die Natur zu genießen.

Ski- und Snowboardfestivals im Winter und Musikfestivals im Sommer sind beliebte Events in Whistler. Jedes Jahr im August spielt das Vancouver Symphonieorchester direkt auf dem Gipfel des nahen gleichnamigen Berges.

Whistler und seine Umgebung bieten das ganze Jahr über die besten Voraussetzungen für einen erholsamen und immer interessanten Aufenthalt inmitten einer beeindrucken Naturkulisse.

Ein großartiges Ausflugsziel, nicht weit von Whistler, ist der Garibaldi Provincial Park. Fünf Zugänge direkt vom Highway 99 führen in den fast 195.000 Hektar Fläche umfassenden Park, dessen größter Teil völlig unberührt belassen wurde. Für Wanderungen über mehrere Stunden oder einige Tage wurden in fünf Wandergebieten Wege ausgebaut, die direkt von den Parkplätzen am Highway aus begangen werden können.

Am Abend erreichen Sie wieder Vancouver. Wenn Sie von dort einen weiteren Tagesausflug (wieder mit einer langen Fahrtstrecke) unternehmen möchten, denken Sie doch einmal über Seattle nach!

 

Seattle

Von Vancouver aus kann man, wenn man an der Grenze zu den USA ein bisschen Zeit einplant, einen schönen Abstecher nach Seattle machen. Dies ist auch mit einem Mietwagen kein Problem, sofern dort die Versicherung gilt. Man braucht dann lediglich noch seinen Reisepass und ein wenig Geduld an der Grenze.

Wenn man schon einmal »in der Gegend« ist, sollte man die Gelegenheit nutzen und auch einen Tag in Seattle verbringen. Man sollte sich nicht entgehen lassen, die sehenswertesten Punkte zu besichtigen. Seattle liegt im Nordwesten der Vereinigten Staaten und ist hier die größte Stadt.

Geschichte

Gegründet wurde Seattle 1869 und nach dem legendären Indianerhäuptling Noah Sealth oder »Chief Seattle« benannt, der von 1786 bis 1866 lebte. Doch nicht nur der erste Name der Stadt, sondern auch der weitläufig bekannte Beiname »Smaragdstadt« (Emerald City) hat seinen Grund: Die Stadt wurde wegen ihrer vielen Bäume und Büsche, die grün sind wie ein Smaragd, so getauft.

Sehenswürdigkeiten

Bevor man Seattle in einem Tag erkundschaftet, sollte man sich im Vorhinein Gedanken darüber machen, was man alles besichtigen möchte und sich einen Plan machen. Nicht verpassen sollte man das Wahrzeichen der Stadt, die Space Needle, die 1962 ihre Türen zur Weltausstellung für alle Besucher öffnete. Heute ist sie das Wahrzeichen der Stadt, das von Außen betrachtet wie eine fliegende Untertasse aussieht.

Hier hat man die Möglichkeit in einem Restaurant zu speisen, das sich innerhalb von nur 47 Minuten einmal um die eigene Achse dreht und somit seinen Besuchern einen Ausblick über die ganze Stadt ermöglicht. Wer nicht essen, aber trotzdem den Ausblick genießen möchte, tut dies auf der Plattform, die sich in 158,5 m Höhe befindet.

Von unterhalb der Space Needle kann man mit einem Monorail-Zug bequem in die Innenstadt fahren und dabei schon ein bisschen Sightseeing betreiben. Gehen Sie dann ein bisschen einkaufen oder laufen Sie einfach einmal durch die Häuserschluchten einer typischen amerikanischen Großstadt. Die Wolkenkratzer sind hier umso beeindruckender, weil die Straßen zum Hafen hin abfallen. Wenn Sie eine Abkühlung brauchen, sollten Sie im Westlake Park Ecke 4th und Pine Street durch den begehbaren Brunnen gehen. Doch Vorsicht, dabei können Sie komplett nass werden.

Seattle ist bekannt für seinen Markt. Im Pike Place Market werden sie bestimmt etwas finden, das Ihnen zusagt. Der Marktplatz ist fast hundert Jahre alt und etwas für jedermanns Geldbeutel. Zu dem was er jetzt ist, haben ihn seine Händler, wie natürlich auch die zahlreichen Leckereien gemacht. Hier findet man alles, was das Herz begehrt, egal ob Obst, Fisch, Gewürze, Gemüse oder auch Souvenirs und noch vieles mehr. Sie sollten jedoch einen Vormittag von einem Wochentag für den Besuch wählen um dann auch bei den Händlern Probehäppchen zu kosten, die sie für die Kunden bereit gestellt haben.

Nur sollten sie bei den Fischständen in der Nähe von Rachel, der bronzenen Schwein-Skulptur, aufpassen, denn hier werden unter dem Gejohle der Touristen gerne mal Lachse hin und her geworfen.

Für viele ist Seattles Capitol Hill sehr sehenswert, denn hier sind Bronze-Fußabdrücke in den Gehweg des Broadways eingelassen. Des Weiteren gibt es Museen, wie das Burke Museum oder auch die Henry Art Gallery, die für Besucher der Stadt einen Ausflug wert sind. Auch der Myrtle-Edwards-Park, den man zum Beispiel über einen Spaziergang am Meer entlang über den Alaskan Way erreicht, lädt zum Verweilen ein.

Die Einheimischen legen sehr viel Wert auf ihre Freizeit, auf Grund dessen gibt es eine Vielzahl von interessanten Sportmöglichkeiten, wie Wanderungen, Radfahren, Windsurfen, Segeln oder auch Kajakfahren. Dies ist natürlich schwierig mit einzubringen, wenn sie Seattle in einem Tag erkunden, aber es ist ein Grund, wieder in diese sehr vielfältige Stadt mit etwas mehr Zeit zurück zu kommen.

Natürlich kann Seattle auch Startpunkt für eine Reise in den Westen der USA sein. Ein anderer Tipp ist die Ostküste USA, wo man wieder eine ganz andere Landschaft erleben kann. Diese Region ist unter anderem bekannt für die leuchtenden Farben des Indian Summers (engl. Fall Foliage).

 

Andere Reiseberichte:

Wintersport in Vancouver

Wer einmal in Vancouver gewesen ist, schließt sich gerne der Meinung vieler Reisender an und ahnt schnell, warum die Stadt auch »Perle Kanadas« genannt wird. Größere Bekanntheit auch kultureller Art erlangte Vancouver spätestens nach der Weltausstellung des Jahres 1986. Und nach meinem Besuch der Provinz British Columbia muss ich sagen, dass auch bei mir Vancouver einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Schon der mehrere Stunden dauernde Flug über die Schneelandschaften von Nunavut, dem größtem und neuestem föderalen Gebiet von Kanada, ist beeindruckend. Diese unbeschreibliche Weite, die nur selten von Bruchstücken der Zivilisation gezeichnet ist, vermittelt einen Hauch von Freiheit und die Vogelperspektive auf die Stadt Vancouver selbst ist einfach atemberaubend.

Die Lage Vancouvers mit dem Hintergrund der schneebedeckten North Shore Mountains in Verbindung mit dem pazifischen Blau und den grünen Wäldern beeindruckt Vancouverreisende nicht minder. Die Stadt überzeugt vor allem neben dem Postkartenidyll auch durch ein internationales Flair der vielen Touristen aus aller Welt.

Nur 30 Autominuten benötigt man in die schneebedeckten Regionen Vancouvers. Hier versteht man auch das Bild der Person, die in der einen Hand ein Snowboard und in der anderen ein Surfboard hält. Besonders geeignet sind die Gebirgsregionen der Küste wie der Mount Seymour und der Grouse Mountain. Etwas weiter entfernt liegt das Skigebiet des Whistlers. Hier findet man zahlreiche Wintersportmöglichkeiten und dementsprechend geht es in diesen Gebieten auch ein wenig turbulent zu.

Wer es lieber etwas ruhiger mag, der sollte die weitere Fahrt nach Sun Peaks nicht scheuen, das sich nahe der Stadt Kamloops befindet. Dieses Skigebiet verfügt über die optimalen Bedingungen und hier kann man an manchen Tagen sogar ganz allein über die Pisten schwingen.

Wer den Wintersport liebt, der versteht in jedem Fall schnell, warum Vancouver den Zuschlag der olympischen Winterspiele des Jahres 2010 erhalten hat. Besonders der Eishockeysport ist in Kanada beliebt und die Sportstätten entsprechend gut ausgebaut. Als Hinweis auf dieses sportliche Großereignis steht in der Stadtmitte die Countdown Uhr, die mitteilt, wie viele Tage es noch bis zum Beginn der Winterspiele zu warten gilt.

Aber in vielen Orten befinden sich auch Freiluftstadien, die von den Anwohnern für das Eislaufen und diverse Eishockeyspiele stark frequentiert werden.

Auch die kulturellen Eindrücke kommen in Vancouver nicht zu kurz. Diesen Eindruck erhält man beispielsweise bei einem Kurzausflug ins Innere des Landes nach Fort Langley. Unbedingt besuchen sollten Vancouver-Touristen den Stanley Park, der die Stadt durch die Lions Gate Bridge verbindet. Eindrucksvoll ist die Ansammlung von Totempfählen im Wald, die auf die indianischen Ureinwohner Kanadas hinweisen.

Ein Besuch der Altstadt, die sich Gastown nennt, sollte obligatorisch sein. Hier steht auch auf dem Canada Place ein zeltförmiges Gebäude, das der Stadt 1986 bei der Expo als Pavillon diente. Sehenswert und für die Sinne überwältigend sind die Gerüche des chinesischen Viertels.

Dass in Vancouver der Sport nicht nur im Winter eine große Bedeutung hat, sieht man an den überall zu findenden Sportstätten der Stadt. So ist Vancouver nicht nur zu den olympischen Spielen 2010 eine Reise wert.

 

Rundreise durch das Yukon-Territorium

Eine Chartermaschine der Air Transat bringt uns nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon-Territoriums im Westen Kanadas. Nach dem fast dreizehnstündigen Flug wollen wir nur noch eines – in unser Hotel, eine warme Dusche, etwas essen und dann ins Bett. Für den nächsten Tag haben wir den Mietwagen reserviert.

Wir holen das Auto am Flughafen ab und machen eine erste Erkundungstour durch die Stadt. Sehenswert sind das Visitors Center, die S.S. Klondike, ein zum Museum umgebauter Schaufelraddampfer und die Whitehorse Fish Ladder, eine Holzkonstruktion, die es den Lachsen erleichtert, stromaufwärts zu ihren Laichplätzen am Yukon zu gelangen. Am nächsten Tag soll es endlich losgehen mit unserer Rundfahrt.

Abfahrt in Whitehorse um 08.00 Uhr. Der Alaska-Highway, über den wir fahren, ist eine der Traumstraßen der Welt. Wir wollen heute bis nach Beaver Creek, einem Ort an der Grenze zu den USA. Unseren ersten, etwas längeren Stop machen wir in Champaine. Champaine war früher ein bedeutendes indianisches Handelszentrum auf dem Weg von Whitehorse nach Dawson City.

Heute wirkt die kleine Siedlung verfallen und verlassen. Wir haben ein paar Pferde gesehen, uralte verrostete Autos und auch einen Menschen. Die Siedlung ist also noch bewohnt. Schräg gegenüber befindet sich ein alter Friedhof. Die Toten wurden in Decken gehüllt und in kleine Holzhäuser gelegt. Erst wenn das Holzhaus verrottet war, wurden die sterblichen Überreste endgültig begraben. Weiter geht es durch die überwältigende Weite Kanadas, unserem nächsten Ziel entgegen. Um die Mittagszeit erreichten wir Haines Junction. Die einzigen Tiere, die wir bisher am Straßenrand gesehen haben, sind »Ground Squirrels«, zu deutsch Erdhörnchen.

Wir halten angestrengt Ausschau nach Bären, Wölfen und Elchen, aber ohne Erfolg. Das nächste Naturschauspiel steht uns schon bevor – der Kluane Nationalpark mit hohen Bergen und Gletschern – dies sehen wir alles aus der Ferne – und der Lake Kluane, ein riesiger See.

Er ist 486 km² groß. Wir fahren rund um den See und sehen den beeindruckenden Farbwechsel des Wassers von aquamarinblau über Türkis bis zu einem schlammigen Braun. Von den Bergen herunter kommen zahlreiche Bachläufe, die meisten zurzeit ohne Wasser. Im Frühjahr jedoch, bei der Schneeschmelze, verwandeln sich alle in reißende Flüsse.

Wir fahren weiter auf der teilweise schnurgeraden Straße vorbei an Bergen, Wäldern, Flüssen und Seen bis nach Beaver Creek, unserem heutigen Etappenziel. Zu sehen gibt es hier nicht allzu viel, der Ort hatte seine Blütezeit beim Bau des Alaska-Highways. Aber um den Jetlag endgültig zu überwinden, ist ein freier Tag in Beaver Creek genau das Richtige.

Um unsere Rundreise durch das Yukon-Territorium fortsetzen zu können, müssen wir in die USA einreisen. Wir haben eine lange Fahrt vor uns bis nach Tok. Tok ist eine Hundeschlittenstadt, es gibt hier mehr Huskys als Einwohner. Nach dreizehn Stunden sind wir am Ziel. Aber an Schlafen ist kaum zu denken, die Hunde heulen die ganze Nacht. Am nächsten Tag steht die Etappe nach Dawson City auf dem Programm. Auf dem Weg von Tok nach Dawson machen wir halt in einem kleinen Ort namens Chicken.

Kurz darauf erreichen wir wieder die Staatsgrenze und sind zurück in Kanada. Die Straße ist jetzt etwas besser, obwohl sie immer noch von vielen Baustellen unterbrochen wird. Unsere nächste Rast machen wir kurz hinter der Grenze. Hier kann man Kaffe trinken und zumindest ein Sandwich essen, denn die Hoffnung auf ein Mittagessen haben wir inzwischen aufgegeben. Wir nähern uns langsam Dawson City. Um die Stadt zu erreichen, müssen wir mit der Fähre über den Klondike fahren.

Am Anleger heißt es zunächst warten, denn es stehen eine ganze Menge Autos und Wohnmobile vor uns in der Schlange. Die Überfahrt dauert dann nur ein paar Minuten und unser Hotel finden wir problemlos. Unser erster Abend in Dawson City ist eine Reise in die Vergangenheit. Wir gehen zu »Diamond Tooth Gertie«. Das ist ein »Gambling House«, also so etwas wie eine Spielbank mit Liveshow.

Am nächsten Tag wandeln wir auf den Spuren der Goldsucher. Wir haben Dawson verlassen und sind zum Claim 33 gefahren. Schon auf dem Weg dorthin kann man rechts und links von der Straße die einzelnen Goldminen sehen. Überall wird mit großem Gerät gearbeitet, Bagger, Bohrgeräte, Wasserpumpen. Am Claim 33 können Touristen selbst Gold waschen. Später schauen wir uns die Stadt an. Es gibt viele windschiefe Häuser und am Jack London Square kann man die Hütte besichtigen, in der der berühmte Schriftsteller zur Zeit des Goldrausches gelebt hatte.

Am nächsten Tag brechen wir wieder auf in Richtung Whitehorse. Heute sehen wir dann auch endlich unseren ersten Braunbären. Wir bremsen sofort, aber der Bär ist zunächst im Gebüsch verschwunden. Kurz darauf taucht er hinter unseren Autos wieder auf und läuft über die Straße. Weiter geht es, unserem ersten Stopp entgegen, dem Moskito-House.

Es ist ein Café und vor dem Haus sind überdimensionale Moskitos aus Holz und Stoffresten aufgebaut. Wir trinken Kaffee und sehen uns den »Gift-Shop« (Andenkenladen) an. Wir erreichen dann gegen Mittag den »scenic view point 5 fingers«. Wir genießen die unvergleichlich schöne Aussicht auf den Fluss mit den fünf Felseninseln, die diesem Punkt ihren Namen gegeben haben. Nur an einer der äußeren Stellen ist der Fluss hier mit Schiffen befahrbar.

Es ist ein Fußweg angelegt mit Treppen und befestigten Wegen zur ersten Felseninsel unten am Fluss. Es würde aber ungefähr eine Stunde dauern, diesen Weg hin und zurück zu gehen und so viel Zeit haben wir leider nicht. Als wir am Ende dieses anstrengenden Tages Whitehorse erreichen, sind wir ziemlich erledigt.

Wir geben noch die Mietwagen zurück und wollen uns erst einmal richtig ausschlafen. Wir haben noch einen Tag Aufenthalt, bevor uns das Flugzeug zurück nach Deutschland bringt. Zehn Tage für eine solche Rundreise sind zu wenig. Wir werden das bestimmt wiederholen mit viel mehr Zeit, das ist heute schon sicher.

 

Westkanada-Reisebericht

Der Westen von Kanada gehört wohl zu den schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Wir haben auf unserer Rundreise leider nur vier Tage hier verbracht. Das wird aber bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir Westkanada besucht haben! Nun mein kleiner Reisebericht:

Vom Frankfurter Flughafen ging es los in Richtung Kanada, genauer gesagt nach Calgary. Schon beim Landeanflug nach rund neuneinhalb Stunden war ich total verliebt in diese Stadt. Calgary ist die viertgrößte Stadt in Kanada und auf jeden Fall eine Reise wert. Hier sollte man das Heritage Park Historical Village, das Glenbow Museum und den Fort Calgary Historic Park unbedingt gesehen haben.

Das nächste Ziel auf unserer Reise war der Lake Minnewanka, ein Naherholungsgebiet in der näheren Umgebung von Calgary. Wobei ich gelernt habe, dass man mit diesem Begriff in Kanada wirklich vorsichtig umgehen sollte. Der See ist einfach wunderbar zum Wandern und auch zum Angeln sehr gut geeignet. Baden sollte man hier allerdings nicht. Das Wasser ist einfach zu kalt.

Nach einer erholsamen Nacht haben wir am nächsten Tag den Nationalpark von Banff besucht. Da in der vergangenen Zeit viele Menschen nach Banff gezogen sind und das der Natur gar nicht gut getan hat, darf nun nur noch derjenige hier hin ziehen, der auch einen Arbeitsplatz hier nachweisen kann.

Für uns war es wieder einmal die Gelegenheit, die wunderbare Natur von Westkanada kennen zu lernen. Kanada ist einfach Natur pur und um das in vollen Zügen zu genießen ging es von hier aus weiter zum Lake Louise. An diesem See findet man eine richtige Strandpromenade. Die Schönheit dieses Sees dürfte also schon anderen aufgefallen sein.

Die 3.000er spiegeln sich hier im türkisblauen Wasser. Einfach wunderschön. Wir legten eine kleine Pause an der Strandpromenade ein. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf der Flucht! Unsere Rückfahrt führte uns am Bow Valley Parkway vorbei. Hier sahen wir unseren ersten Schwarzbären. Das war etwas viel für meine Nerven.

Am nächsten Tag haben wir es etwas ruhiger angehen lassen. Die Banff Upper Hot Springs sind warme Quellen und für diesen Tag genau richtig. So viel Abenteuer brauche ich nämlich gar nicht. Wenn doch eins kommt, dann bitte vom Reiseveranstalter gut durchgeplant. Im 40 Grad heißen Wasser der Quellen konnte mich nicht mal ein Fisch beißen. Also los! So langsam ging jetzt auch der Spaß für mich los.

Nach so viel Natur brauchte ich wirklich mal etwas Abwechslung. Da kam mir der Ausflug nach Vancouver genau recht. Vancouver hat ungefähr 2,5 Millionen Einwohner und bietet eine absolut tolle Skyline. Hier findet man tolle Museen und Theater, atemberaubende Wolkenkratzer und sogar eine ausgeprägte Schwulen- und Lesbenszene. In Kanada sonst nicht selbstverständlich. Eben eine tolle Stadt!

Dieser kleine Ausflug in die Zivilisation musste einfach sein und so ging es dann weiter die Kanadische Natur erleben. Auf dem Programm stand nun der Vermilion Lakes. Der Ausblick hier ist einfah wunderschön. Hier kann man herrlich wandern. Etwa 4 km entfernt von hier liegt der Marsh Boardwalk, ein See, der zum Kanu fahren einlädt. Es ist einfach ein Genuss. Das Wasser ist hier nur etwa knietief.

Also auch für ungeübte wie mich zu empfehlen. »Mein Gott«, hab ich mich dabei doof angestellt. Die Wanderung zum Minnewanka Lake hab ich nicht mehr mitgemacht. Ich war damit beschäftigt, meine nassen Klamotten zu trocknen und mich für meine Dummheit zu schämen. Ich hatte es doch glatt geschafft, ins Knie tiefe Wasser zu fallen. Sehr peinlich!

Das war dann aber auch schon unser letzter Tag im Westen von Kanada. Sicherlich werden wir wiederkommen. Trotz des bleibenden Eindrucks, den ich hier hinterlassen habe, ist die Landschaft einfach toll und ich muss hier unbedingt noch einmal hin.

Kanada-Info:

Kanadas Flagge
Flagge von Kanada
Kanada

Kanada bedeckt den Großteil der Nordhälfte des amerikanischen Kontinents. Der Name ist eine Ableitung aus dem indianischen »Kanatta«, was soviel wie »Hütte« bedeutet. Das Land grenzt im Süden an die USA, im Westen an den Pazifik und Alaska, im Norden an das Eismeer und im Osten an den Atlantik. Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 4634 Kilometern ist Kanada der zweitgrößte Staat der Welt.

In Kanada leben 35 Millionen Menschen, vornehmlich in einem etwa 300 Kilometer breiten Landstreifen entlang der Grenze zu den USA.

Die Bevölkerungsdichte beträgt 3,5 Einwohner pro Quadratkilometer und zählt zu den niedrigsten der Welt. In Kanada herrscht eine bundesstaatlich konstitutionelle Monarchie. Als Landessprache gelten Englisch und Französisch, letzteres wird in Quebec gesprochen wird, wo es sogar alleine Amtssprache ist. New Brunswick ist als einzige Provinz zweisprachig.

Regional herrscht auch Inuktitut, die Sprache der Inuit vor sowie andere Sprachen der First Nations.

Landeswährung ist der kanadische Dollar, welcher in 100 Cent unterteilt ist und in 5er, 10er, 20er, 50er und 100er Banknoten ausgegeben wird. Als beliebteste touristische Ziele im Land gelten die Niagarafälle, die Nationalparks in Westkanada sowie die Metropolen Ottawa, Toronto und Montreal.

Die Geschichte Kanadas reicht etwa 20.000 Jahre zurück. Es wird vermutet, das skandinavische Siedler damals über die Beringstraße ins Land gelangten. Eine erste nachweisliche, jedoch nicht dauerhafte, Besiedlung entstand mit den Wikingern, um Leif Erikson, um 1000. Die erste Siedlung auf kanadischem Boden gründeten die Franzosen 1605, mit Port Royal in Neuschottland. 1841 wurden Ober- und Niederkanada zur Provinz Kanada vereinigt.

1869 erwarb die neue Regierung Ruperts Land von der Hudson’s Bay Company und gründete des Nord-West-Territorium. Mit dem Statut von Westminster wurde Kanada 1931 ein souveräner Staat, welcher Teil des Commonwealth of Nations blieb. Erst 1982 verzichtete England gänzlich auf seine Ansprüche und ebnete den Weg Kanadas in die Unabhängigkeit.

Kanada besteht aus den zehn selbstverwalteten Provinzen Quebec, Ontario, Neubraunschweig, Manitoba, Prinz-Edward-Insel, Saskatchewan, Neuschottland, Alberta, Neufundland und British Columbia, sowie den Territorien Yukon, Nunavut, Nord- und Westkanada.

Als Mitglied der G8-Staaten zählt Kanada zu den führenden Handelsnationen der Welt. Die wichtigsten Exportgüter sind Erdöl, Getreide, Holz, Fisch und Druckerzeugnisee.

Die Tierwelt Kanadas ist vergleichbar mit Nordeuropa oder Asien. In den Wäldern leben Schwarz- und Braunbären, Elche und Rotwild. Karibus, Polarhasen und Polarfüchse sind in den Tundren Zuhause. In den Prärien kommen Antilopen und Kojoten vor, während Wale, Seehunde und Polarbären an den arktischen Gewässern heimisch sind. Die Landschaft dominieren ausgedehnte Waldgebiete.

Im Osten herrschen Buchen und Kiefern vor, während im Süden Eichen und Kastanien wachsen. In den höheren Gebirgszügen dominieren Douglasien und Fichten. Im trockenen Süden wächst Präriegras, während an den Küsten vereinzelt Kakteen vorkommen. In der Tundra herrschen, neben alpinen Blumen, Gräser und Flechten vor.

Es folgen einige Informationen und markante Fakten zu den Provinzen Westkanadas:

British Columbia

Westkanada unterteilt sich in die Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan und Manitoba. British Columbia erstreckt sich entlang der 27.000 Kilometer langen Westküste Kanadas. Die Hauptstadt ist Victoria auf Vancouver Island.

Das Landschaftsbild prägen die Rocky Mountains, sowie der Fraser River. Während im Norden arktisches Klima vorherrscht, befindet sich im südlicheren Okanagan eines der bedeutendsten Weinbaugebiete des Landes. 1871, durch den Niedergang des Goldrausches wirtschaftlich geschwächt, verpflichtete sich British Columbia, mit dem Beitritt zu Kanada, binnen zehn Jahren zur Errichtung der Canadian Pacific Railway. Welche letztlich am 07. November 1885, mit dem geschichtsträchtigen letzten Nagel von Craigellachie, vollendet wurde. Die Hauptstadt Britisch Columbias ist Victoria, die größte Stadt ist Vancouver.

Alberta

Alberta ist, auf Grund seiner Ölvorkommen, die reichste Provinz Kanadas. Die Hauptstadt ist Edmonton, die nördlichste Großstadt des Landes.

Mit der Gründung der Hudson’s Bay Company, 1670, wurde Alberta Teil von «Ruperts Land», benannt nach dessen erstem Direktor, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Die Hudon’s Bay Company gilt als älteste Firma Kanadas und kontrollierte lange Zeit den Pelzhandel in Nordamerika.

Nach dessen Niedergang entwickelte sie sich zur Handelsgesellschaft, welche Güter an die Siedler in Westkanada verkaufte. 1882 wird Alberta ein separater Distrikt des Nord-West-Territoriums, 1905 eine eigene Provinz. Bekannt sind die Nationalparks der Provinz, die zahlreiche Touristen anlocken.

Saskatchewan

1774 wurde in Saskatchewan, als erste europäische Siedlung, ein Handelsposten der Hudon’s Bay Company gegründet. Die North-West Mounted Police errichtete 1874, auf ihrem »Marsch nach Westen«, mehrere Forts und mit dem Bau der Canadian Pacific Railway eingewanderte Siedler erhielten Land.

Saskatchewan ist die mittlere Prärieprovinz, ihre Hauptstadt ist Regina. Bekannt ist es daher durch seine riesigen Farmen und als Kornkammer des Landes. Hier sind die Winter besonders kalt, aber im Sommer erwacht die Region zu unerwarteter Blüte. Die Zahl der Sonnenstunden zählt zu den höchsten in ganz Kanada.

Manitoba

Manitoba ist die östlichste Provinz der Prärie und grenzt bereits an Ontario. Ihre Hauptstadt ist Winniepeg. Neben dem Red River Valley beherrscht hügliges Ackerland das Landschaftsbild. Exportiert werden Gerste, Hafer, Weizen und Kartoffeln. Im 17. Jahrhundert ließen sich Nachfahren europäischer Pelzhändler am Red River nieder und jagten Büffel. 1812 gründete die Hudson’s Bay Company die Red River Kolonie.

Der Pemmikan-Krieg führte zu Auschreitungen mit den Pelzhändlern. 1870 wurde Manitoba eine Provinz Kanadas. Eine Besondersheit ist hier, dass es eine durchaus erwähnenswerte Minderheit von Frankophonen gibt. Daher ist im Provinzparlament auch Französisch neben Englisch zugelassene Sprache.

Geheimtipps

Takkakaw-Wasserfall

  Der Takkakaw fall nahe Field (bei Golden) führt im Juli sehr viel Wasser und sieht mit seiner Höhe einfach atemberaubend aus! Dieser Abstecher auf der Strecke von Penticton nach Golden lohnt sich insbesondere in der Zeit der Schneeschmelze.

Bow Valley Parkway

Benutzen Sie von Banff zum Lake Louise nicht den Highway 1. Die alte Strecke (1A, genannt Bow Valley Parkway) dauert zwar länger, dort sehen Sie aber sehr häufig schon von weitem haltende Autos, weil sich am Straßenrand ein Schwarzbär oder ein großer Wapiti zeigt!

 

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